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Kulturforum schrammt an der Pleite vorbei

Bad Nenndorf (tes). Aufatmen beim Kulturforum: Noch im März drohte dem Verein zur Förderung der Künste in Bad Nenndorf der Bankrott. "Wir haben das Steuer herumgerissen", hat Vorsitzender Karl-Heinz Werner bei der Mitgliederversammlung im "Curanum" mitgeteilt.

veröffentlicht am 07.09.2007 um 00:00 Uhr

Wer hätte das gedacht: Die unverhoffte Rettung kam vom Finanzamt: Durch eine Nachprüfung des Steuerbüros ist ans Licht gekommen, dass dem Kulturforum eine Steuererstattung von unterm Strich 4000 Euro zusteht. Dank dieser Finanzspritze konnte Schatzmeister Dirk Schwiezer eine nahezu ausgeglichene Bilanz vorlegen. Nur noch ein minimaler Verlust von 270 Euro belastet das Konto des Vereins. "Jetzt sind wir wieder gesund", freute sich Vorsitzender Karl-Heinz Werner. Er betonte jedoch zugleich, dass ein hochwertiges Kulturprogramm mit zuletzt 43 Terminen plus zwei Sonderveranstaltungen ohne Zuschüsse nicht bestehen könne. 4817 Euro der Einnahmen stammen aus Beiträgen der aktuell 160 Mitglieder. Von der Stadt kommen 17 500 Euro, von der Schaumburger Landschaft 7500 plus Zuschüsse für Einzelprojekte. Weitere Finanzspritzen steuern die Geldinstitute bei. Der Rest der 90 000 Euro Ausgaben mussüber Eintrittsgelder eingespielt werden. Weitere Ermäßigungen als durch ein Theaterabonnement seien deshalb nicht vertretbar, so der stellvertretende Vorsitzende Winfried Busse. 4500 Besucher genossen in der letzten Saison das breit gefächerte Angebot. Als "kostspielige Angelegenheit" bezeichnete Busse den Theaterkreis, der die Hauptlast trage, dass der Verein nicht pleite geht. Ohnehin müsse hinter allen Veranstaltungen das Ausrufungszeichen stehen: "gut, aber billig". In der letzten Saison sei dieser Spagat gelungen, sprach Busse von einer "Spielzeit der günstigen Sorte". 225 Zuschauer besuchten im Schnitt die Vorführungen. Publikumshit war "Woyzeck" mit 300 Gästen. Dabei kamder Verein mit fünf Prozent Zuschuss aus. Für die nächste Saison dürften es allerdings etwas mehr sein, betonte Busse. "Chapeau", lobte Ulrich Stumm: "Ein so hochwertiges Programm mit nur fünf Prozent Zuschuss hinzubekommen, ist zu bewundern." Busse: "Die Theater in Deutschland brauchen im Schnitt 80 Prozent Zuschuss. Dagegen sind fünf bis zehn Prozent ein lächerlicher Betrag."



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