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Neue Angebote für Radtouristen im Weserbergland und darüber hinaus

Kultur und Natur auf 425 Kilometern

Im Nordwesten Deutschlands gibt es in vielen Regionen jetzt verbesserte Angebote für Radurlauber. So hat der Landkreis Uelzen sein Radwegenetz umgestaltet und wurde dafür vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) als erstes norddeutsches Ziel als „Radreiseregion“ zertifiziert. Die Region bietet insgesamt 36 Touren von 17 bis 68 Kilometer Länge. Sie haben thematische Schwerpunkte rund um Klöster, Heidschnucken und Wellness.

veröffentlicht am 19.04.2016 um 18:17 Uhr

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Autor:

Berit Böhme

Das Land Bremen bietet unter dem Motto „bike it“ urbane Radrunden an. „Neu ist in dieser Saison „Wasser, Wind und Wiesen“, eine untypische Bremerhaven-Tour, weil sie weniger das maritime als das grüne Bremerhaven mit Parks, Grünzügen und Naturschutzgebieten zeigt», sagt Jans Joost-Krüger von der Wirtschaftsförderung.

Das Oldenburger Münsterland hat seine rund 300 Kilometer lange Boxenstopp-Route um „Energie-Stationen“ rund um Wasser, Wind und Biomasse aufgepeppt. Die Energiewende wirke sich auch auf das Landschaftsbild aus, sagt Vivien Ortmann vom Verbund Oldenburger Münsterland: „Uns ist aus touristischer Sicht wichtig, dass die Gäste das verstehen. Wir möchten die Gäste auch auf die Höfe bekommen, um ihnen ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu zeigen.“

Neue Radangebote im Großraum Braunschweig sollen Südostniedersachsen bei Radreisenden bekannter machen. So findet am 5. und 6. Juni zum zweiten Mal das Festival „Sattelfest“ statt. Außerdem ist ein neuer Radrundweg geplant, der die Höhepunkte der Region verbinden soll.

In der Region Hannover fiel schon im Juli 2015 der Startschuss für die 800 Kilometer lange „Kulturroute“. Sie nutzt größtenteils die Infrastruktur vorhandener Fernradwege, etwa des Leine-Heide-Radwegs, des Allerradweges und des Weser-Radwegs. Die Etappen führen unter anderem zum Celler Schloss, zu den Herrenhäuser Gärten, zum Kloster Loccum und nach Hameln. Alle 15 Etappen sind mit dem ÖPNV gut erreichbar.

Die Kulturroute verläuft als Rundkurs. Von Hannover geht es über Hildesheim, Bad Gandersheim, Elze, Hameln, Stadthagen, Neustadt am Rübenberge, Schwarmstedt und Celle zurück nach Hannover. Nienburg an der Weser, Walsrode sowie Peine sind über Alternativ- und Ergänzungsrouten angebunden. Die genannten Städte sind gleichzeitig Start- und Zielpunkt von 15 Tagesetappen, die alle mit dem Schienenverkehr erreichbar sind.

Schöne Landschaften, großartige Kulturstätten und reizvolle Städte: Es gibt viel zu entdecken. An der Kulturroute liegen die historische Fachwerkstadt Celle mit dem Schloss, die Unesco-Welterbestätten Fagus-Werk in Alfeld und Dom und St. Michaelis in Hildesheim, das Sprengel-Museum für moderne Kunst und die weltberühmten Herrenhäuser Gärten von Hannover. Sie sehen die Rattenfängerfreilichtspiele in Hameln, die Klöster in Loccum und Wienhausen, Schloss Bückeburg mit seiner Hofreitschule sowie die Schlösser Marienburg und Landestrost in der Region Hannover. Auch die Domfestspiele in Bad Gandersheim locken. Für Vergnügen und Entspannung sorgen der Weltvogelpark Walsrode, Schokoland Rausch in Peine und der Dinopark Münchehagen.

Die Kulturroute besteht aus einer rund 425 Kilometer langen Hauptroute, die um Alternativ- und Ergänzungsrouten erweitert auf eine Gesamtlänge von rund 800 Kilometern kommt. Die Strecke verläuft überwiegend auf asphaltierten Wegen und es gibt nur sehr wenige Steigungen. Die Route ist deshalb auch gut für Familien geeignet.

Und: In keiner Region Deutschlands finden sich so viele Renaissancebauten, wie zwischen Hannoversch Münden und Bremen auf der „Straße der Weserrenaissance“. Diese durch die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen führende Kulturroute verbindet deren bedeutende Architekturdenkmale der damaligen Zeit. Der Baustil der Renaissance hat im 16. und 17. Jahrhundert im Weserraum eine besondere Ausprägung erfahren. In keiner anderen europäischen Region wurden während dieser Zeit mehr Bauten in dem typischen Stil errichtet als im Wesergebiet.

Kennzeichen sind Utlucht, Zierquader, Bossensteine und der welsche Giebel. Grundsätzlich wurden repräsentative Bauten in Stein- und Fachwerkbauweise errichtet, verputzt und farbig gestaltet. Der Sandstein stammt aus den Brüchen von Obernkirchen im Schaumburger Land und wurde von dort über die Weser in alle Welt transportiert.

Die „Straße der Weserrenaissance“ umfasst Schlösser und Adelssitze, Rathäuser und Bürgerbauten aus Stein oder Fachwerk, die Zeugnis ablegen von der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der Zeit vor dem Dreißigjähriger Krieg. Die ausführliche Beschilderung der Route garantiert eine einfache Orientierung.

Das Schloss Petershagen ist eine um 1306 vom damaligen Mindener Bischof Gottfried von Waldeck als Wasserburg errichtete Anlage, die im 16. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance zu einem Schloss umgebaut wurde. Dabei wurde dunkler Portasandstein und heller Oberkirchener Sandstein benutzt. Die Anlage umfasst mehrere Gebäude, die zur heutigen Schlossanlage zusammengewachsen sind. Das Schloss Petershagen wird als Hotel und Veranstaltungsort genutzt.

Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten hervorzuheben sind die Schlösser Bückeburg, Detmold, Neuhaus, Bevern und die Hämelschenburg. Rathäuser wie die in Bremen, Nienburg, Rinteln und Hannoversch Münden vermitteln ebenso einen Eindruck vom Glanz der Epoche wie prachtvolle Bürgerbauten in Minden, Höxter und Hameln, nicht zu vergessen die reich geschnitzten Fachwerkfassaden, vor allem in Einbeck. Kunsthistorisch von herausragender Bedeutung ist das siebeneckige Mausoleum in Stadthagen, das an die florentinische Renaissance denken lässt.

Auch im Cuxland tut sich etwas: Die Region westlich von Hamburg wird von 13 Fernradwegen gekreuzt, deren Trassenführungen nun optimiert wurden. An zwölf Knotenpunkten gibt es neue Infotafeln. Außerdem wurden abschließbare Boxen für Räder und Gepäck sowie flutsichere Sanitäranlagen installiert. Bis zum Jahr 2017 sollen nun noch die Themenrouten des Landkreises generalüberholt werden.

Niedersachsen im Urlaub auf dem Fahrrad erkunden: Das geht jetzt vielerorts noch einfacher und vielseitiger. Mehrere Regionen haben ihre Radwegnetze aufgerüstet, neue Angebote sind entstanden – darunter auch im Weserbergland. Besonders interessant: die Kulturroute.



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