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Gelungener Jazz-Frühschoppen der Kreishandwerkerschaft / Präsident der Handwerkskammer zu Gast

Krömer: "Lehrstellen kann man nicht kaufen"

Landkreis (hb). Besser hätte es die Kreishandwerkerschaft bei ihrem inzwischen traditionellen Jazz-Frühschoppen in diesem Jahr kaum treffen können: Strahlender Sonnenschein, erstklassige Musik von "Jojo goes Jazz" und eine Umgebung, die ihresgleichen sucht. Mehr als 150 Handwerker und Gäste genossen gestern die idyllische Atmosphäre im Innenhof von Gut Remeringhausen.

veröffentlicht am 17.07.2006 um 00:00 Uhr

Haben einen sonnigen Tag mit vielen Gesprächen auf Gut Remeringh

Kreishandwerksmeister Thomas Krömer freute sich dabei über einen wirtschaftlichen Aufwärtstrend. Dies machte er an der zweimal jährlich erhobenen Mitgliederumfrage klar. Demnach bewerten aktuell 80 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend (Vorjahr 57 Prozent). Außerdem hätten 23 Prozent der Betriebe ihren Umsatz gesteigert. Im Vorjahr war es die Hälfte. Gleichwohl treibt den Kreishandwerksmeister die Sorge um, "dass wir im weiteren Verlauf dieses Jahres noch zu viel zerreden werden". Damit meinte Krömer in erster Linie die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung. "Meine persönliche Meinung ist: Da müssen wir jetzt durch, und damit basta." Nicht hadern sei gefragt, sondern handeln. Die Politik forderte Krömer auf, mehr Mut zu zeigen. "Das ist mir im Moment schon wieder alles zu zaghaft." Das gelte auch für den versprochenen Bürokratieabbau. Mit aller Entschiedenheit wandte sich der Kreishandwerksmeister erneut gegen die Forderung einer Ausbildungsplatzabgabe. "Lehrstellen kann man nicht kaufen", schrieb er allen Befürwortern ins Stammbuch. Der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, brach in seinem kurzen Grußwort eine Lanze für den Wohlfahrtsstaat Deutschland, sagte aber auch: "Wir leben hier nicht auf einer Insel der Glückseeligkeit." Trotz eines immer härter werdenden Wettbewerbs sei ihm um die Zukunft des Handwerks nicht bange, sagte Heitmüller. Man habe schließlich nichts von der eigenen Leistungsfähigkeit eingebüßt, sondern diese auch in schwierigen Zeiten immer weiter ausgebaut. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier nutzte die Gelegenheit, "um meine persönliche und dienstliche Verbundenheit mit dem heimischen Handwerk auszudrücken". Er versprach den Schaumburger Handwerkern, "alles zu tun, um Ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten". Zudem wies er auch bei dieser Veranstaltung die Standortvergleichsstudie, bei der Schaumburg schlecht abgeschnitten hatte (wir berichteten, siehe Seite 11) zurück.

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