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Siegbert Held im Rat: "Das klingt mir nach Sanierung durch Beseitigung"

Kritische Fragen zur Hangsicherung

Rehren (la). Während der Ratssitzung haben der Geschäftsführer der Norddeutschen Naturstein GmbH (NNG), Uwe Werner, der Betriebsleiter des Steinbruchs Steinbergen, Thomas Wolff, und Jörg von Luckwald vom Planungsbüro die Ratsmitglieder über den Planungsstand der Hangsicherungsmaßnahmen im Steinbruch Steinbergen informiert. Wolff ging auf die Geschehnisse seit dem Bergrutsch am 11. Dezember 2004 ein und von Luckwald erläuterte anhand von Bildern die geplanten Hangsicherungsmaßnahmen.

veröffentlicht am 13.06.2007 um 00:00 Uhr

Der Ratsvorsitzende Kai-Uwe Gellermann gab im Anschluss an den einstündigen Vortrag nicht nur den Ratsmitgliedern die Möglichkeit, Fragen zu stellen, sondern auch den interessierten Bürgern. "Das klingt mir alles nach Sanierung durch Beseitigung", stellte Siegbert Held (WGA) fest. "Wie viel Umsatz macht die NNG durch den Abbau des Kamms?" "Es sind rund vier Millionen Tonnen, die dort abgebaut würden. An anderen Stellen im Steinbruch stehen uns 20 Millionen Tonnen zur Verfügung. Der zu erzielende Umsatz ist also nicht der Grund, warum wir den Kamm abtragen wollen", entgegnete Wolff. "Welche Ausgleichsmaßnahmen werden während des Abbaus vorgenommen?", fragte Held weiter. "Ausgleichsmaßnahmen werden selbstverständlich vorgenommen. Genau Pläne gibt es dafür noch nicht. Schließlich läuft die Planung noch", antwortete von Luckwald. Eine wichtige Frage für fast alle Ratsmitglieder war die nach einer Bürgschaft. "Wer garantiert uns, dass die NNG bis zur vollständigen Wiederherstellung des Kamms existiert?", wollte Held wissen. "Bürgschaften in ausreichender Höhe müssen bei einer solchen Maßnahme in jedem Fall hinterlegt werden. Dazu werden wir per Gesetz verpflichtet", erklärte Wolff. "Warum muss jetzt in den anderen Bereichen im Steinbruch weiter abgebaut werden?", wollte Fred Tünnermann aus Rolfshagen wissen. "Da könnte doch der Berg nur noch weiter rutschen." Von Luckwald erklärte daraufhin, dass in den östlichen Bereichen keine Rutschgefahr bestände. Das habe auch das neueste Gutachten ergeben. Torben Sven Schmidt (CDU) wollte wissen, ob es nicht möglich sei, die Renaturierung zügiger voranzubringen. "Hände weg vom Berg ist mir zu einfach", stellte Schmidt fest. Das sei für den Steinbruchbetreiber zu einfach - und für die Bürger unbefriedigend, weil sich der Blick auf den Steinbruch über Jahre nicht verändern würde, und zu gefährlich, weil weiter Rutschgefahr bestehe und das Gebiet über Jahrzehnte nicht betreten werden dürfe. "Der Berg muss gesichert werden", meinte Schmidt, der nicht über Schuld sprechen will, sondern Perspektiven für die Bürger finden möchte. Rolf Wittmann (Bündnis90/Grüne) verwies unter anderem auf ein neues Gesetz zum Vogelschutz. "Diesem Gesetz zufolge darf ein Berg nach dem Abbau nicht von Menschenhand bepflanzt werden", so Wittmann. Aber auch diese Bedenken wischte von Luckwald vom Tisch. "Wenn die Hangsicherungsmaßnahme so genehmigt wird, dürfen auf dem neuen Kamm auch Bäume gepflanzt werden", war er sicher.



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