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Schließung der Station am Steinhuder Meer stößt auf Unverständnis / "Nicht nachvollziehbar"

Kritik an Abzug der Wasserschutzpolizei

Steinhuder Meer (lue). Auf viel Unverständnis und Kritik stößt die geplante Schließung der Station der Steinhuder Wasserschutzpolizei. Wegen einer Umstrukturierung plant das niedersächsische Innenministerium, den Betrieb der Dienststelle am Steinhuder Meer zum Jahresende einzustellen. Die Aufgaben sollen künftig vom Kommissariat in Hannover übernommen werden (wir berichteten).

veröffentlicht am 22.01.2007 um 00:00 Uhr

"Vor dem Hintergrund leerer Staatskassen kann ich nachvollziehen, dass nach Einsparpotenzialen gesucht wird", betont Karl-Heinz Schade, Ehrenvorsitzender der Wettfahrtvereinigung am Steinhuder Meer. Schade bezweifelt allerdings, dass ohne Polizeipräsenz die komplexe Steinhuder-Meer-Verordnung überwacht und eingehalten werden soll. "Unsere beiden Polizisten sind bei Seglern bekannt, ihr Abzug ist aus der Sicht der Bürger nicht nachvollziehbar", sagt Schade. Probleme befürchtet der ambitionierte Segler auch bei der künftigen Koordinierung der Wasserrettung. Wegen unterschiedlicher Funkgeräte bei Polizei, Feuerwehr und der Wettfahrtvereinigung wird die Koordinierung aller Beteiligten seit vielen Jahren von der Wasserschutzpolizei übernommen. Die Boote der Wettfahrtvereinigung am Steinhuder Meer sind zwar in die Wasserrettung integriert, können allerdings keinen Funkkontakt mit Hubschraubern und dem Rettungsboot der Feuerwehr aufnehmen. Die angeführten geringen Einsatzzahlen, mit denen die Schließung begründet wird, bewertet auch Ulrich Spohr anders. Für den Wasserretter ist das geringe Einsatzaufkommen vielmehr als Erfolg der hervorragenden Arbeit der Schutzpolizei zu werten. "Prävention ist in meinen Augen die vordringlichste Aufgabe. Nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, muss gehandelt werden", betont er. Steinhudes Ortsbürgermeister Jürgen Engelmann kritisiert die geplante Auswirkung der Streichungen am niedersächsischen Polizeiapparat. "Zur Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit muss die Polizei während der Saison mit einem Boot schnell verfügbar sein", unterstreicht Engelmann.

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