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Landesinnungsverband der Fahrzeug- und Karosseriebauer Niedersachsen-Bremen tagte in Hameln / Grabig im Vorstand

Krisenfester Job: Sie fertigen Anhänger und Aufbauten

Hameln (ubo). „Ich bin etwas enttäuscht, dass nur eine Handvoll Betriebe bei unserer Landesinnungsversammlung teilnimmt“, stellte der Landesinnungsmeister des Fahrzeug- und Karosseriebauer- Handwerks Niedersachsen- Bremen, Gerd Schütte sen., mit Blick in die Runde fest. Immerhin vertritt der Landesinnungsverband rund 280 Betriebe aus Niedersachsen und Bremen. In diesem Jahr tagte der Landesinnungsverband in Hameln.

veröffentlicht am 09.06.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 18:21 Uhr

Wie der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) auf seiner Seite veröffentlicht, wurden im Jahr 2008 in den beiden Bundesländern Niedersachsen und Bremen 479 Karosserie- und Fahrzeugmechaniker von den 156 Ausbildungsstätten ausgebildet. Insgesamt gehören dem ZKF bundesweit rund 4000 Betriebe mit 40 000 Beschäftigten an. Genauere Zahlen liegen laut ZKF nicht vor. Die im Zentralverband organisierten Betriebe sind meist „stark von der regionalen Struktur der Wirtschaft geprägt und entwickeln oftmals Sonderlösungen nach Kundenwünschen“, stellt der Verband fest. So fertigen die Betriebe Anhänger, Auflieger und verschiedenste Aufbauten für Nutzfahrzeuge, setzen Pkw-Karosserien, zum Beispiel nach Unfällen, instand und führen Lackierungen durch. Auch die Oldtimerrestaurierung gewinnt laut ZKF an Bedeutung.

In der umfangreichen Tagesordnung des Landesinnungsverbandes waren der „Beschluss über Empfehlungen zu Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen“ und die Vorstandswahlen die herausragenden Punkte: Die Ladesinnungsversammlung Niedersachsen-Bremen beschloss keine Tariferhöhungen.

Eine anschließende Diskussion zeigte die Zwickmühle, in der sich der Landesverband befindet: Einerseits können die Betriebe nicht mehr Lohn zahlen, wodurch weniger Schulabgänger sich für einen Ausbildungsberuf im Karosseriehandwerk oder Fahrzeugbau interessieren. Zum anderen sei abzusehen, dass in den kommenden Jahren die Zahl der Schulabgänger sinkt. „Die Industrie wird die guten Schulabgänger mit attraktiven Angeboten locken, wodurch für das Handwerk weniger Bewerber übrig bleiben“, fürchtet Vorstandsmitglied Michael Grabig (Hameln) auf Nachfrage. „Unsere Chance ist, dass viele nicht nur auf die Vergütung achten, sondern auch auf die Krisenfestigkeit“, so Grabig weiter. Eine gute Möglichkeit, die Jugendlichen auf das Handwerk und die Branche aufmerksam zu machen, sei die Ausbildungsmesse „Ideen-Expo“, die auch im nächsten Jahr stattfinden werde, kündigte Grabig an.

Nach den turnusmäßigen Wahlen führt Landesinnungsmeister Gerd Schütte sen. aus Bad Bentheim weiter den Verband. Vertreten wird er wie bisher von Landesinnungsmeister Peter Dreyer aus Hannover. Das bisherige Vorstandsmitglied Günther Magnus aus Varel kandidiert nicht wieder, seinen Platz übernimmt Petra Wille aus Lüneburg. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden Olaf Gideon aus Bremen, Michael Grabig aus Hameln, Ulf Eilrich aus Eyendorf, Gerd Schütte jun. aus Bad Bentheim, Frank Steinbreder aus Melle sowie Hajo und Hermann Willenbrock aus Rotenburg an der Wümme gewählt. Aus dem Landesinnungsverband werden Frank Steinbreder (Autolackierung und Oberflächentechnik), Hermann Stolle und Dietmar Berndt (Berufsbildung und Nachwuchsförderung), Petra Wille (Betriebswirtschaft), Reinhard Eggers und Hajo Willenbrock (Neubau und Markt) sowie Ulf Eilrich (Öffentlichkeitsarbeit und Werbung) in die ZKF-Ausschüsse vertreten. Vorträge von Dipl.- Ökonom Karl Lehne, Gerd Bieker und Michael Zierau rundeten die Mitgliederversammlung und den Verbandstag ab.



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