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Beim Durchschreiten der Talsohle ziehen Unternehmensführung und Betriebsrat an einem Strang

Krise ist jetzt auch bei Vorwerk angekommen

Hameln (ni). Die weltweite Wirtschaftskrise macht auch vor den Vorwerk Teppichwerken in Hameln nicht Halt. Weil die Auftragsbücher nicht mehr ausreichend gefüllt sind, und der Umsatz um 15 Prozent zurückgegangen ist, hat das Unternehmen an der Kuhlmannstraße Kurzarbeit eingeführt.

veröffentlicht am 09.12.2009 um 11:37 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Bayram Özedemir und viele seiner Kollegen arbeiten nun drei bis

„Insgesamt sind wir noch längst nicht so hart betroffen wie zum Beispiel der Maschinenbau“, kann Personalchef Bernd Geißler der schwierigen Situation einen positiven Aspekt abgewinnen. Mit durchschnittlich drei bis vier Tagen Kurzarbeit pro Monat und Mitarbeiter „können wir das für die Mitarbeiter noch relativ erträglich gestalten“. Betroffen sind laut Geißler rund 50 Prozent der Belegschaft aus den Bereichen Verwaltung, Produktion und Vertrieb. Ausgenommen ist der Außendienst. Geißler: „Den brauchen wir jetzt ganz besonders.“

Angemeldet hat Vorwerk die Kurzarbeit zunächst bis März 2010. „Doch die aktuelle Marktsituation ist so, dass wir in den nächsten Tagen bei der Agentur für Arbeit wohl Verlängerung bis März 2011 beantragen werden“, sagt Geißler. Mit der Verlängerung der Kurzarbeit , so der Personalchef, „glauben wir den Personalbestand halten zu können“. Voraussetzung sei allerdings, dass der Markt nicht noch völlig einbreche.

Schon vor der Krise war die wirtschaftliche Lage der Teppich-Branche angespannt. Das Hamelner Unternehmen hat darum bereits in den vergangenen zwölf Monaten „Personalanpassungen“ überwiegend in der Verwaltung vorgenommen. Für die Stammbelegschaft verlief dieser Prozess weniger schmerzlich als in anderen Betrieben. Laut Geißler wurde der moderate Personalabbau vor allem dadurch erreicht, dass befristete Arbeitsverträge nicht verlängert wurden. Auch Stellen, die durch das Ausscheiden von Mitarbeitern mit Erreichen der Altersgrenze frei wurden, seien nicht wieder besetzt worden. Die Zahl der Kündigungen habe so auf zehn begrenzt werden können.

Bei den Vorwerk-Mitarbeitern herrscht wegen der Kurzarbeit „keine Krisenstimmung“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Mark Meyer. Die Betroffenen arbeiteten in der Regel einen Tag pro Woche kurz; damit hielten sich die negativen Auswirkungen für jeden Einzelnen noch in vertretbaren Grenzen. Die Belegschaft insgesamt akzeptiere die Maßnahme, deren Ziel es sei, alle Beschäftigten zu halten. „Ich gehe davon aus, dass das auch klappt“, sagt Meyer und hofft, dass sich die Auftragslage in den nächsten Monaten wieder bessert.

Der Markt sei für die Teppichindustrie ohnehin schon schwierig gewesen, weiß der Betriebsratsvorsitzende, „und jetzt hat uns auch noch die Krise getroffen“. Die Unternehmensführung könne niemand für diese Entwicklung verantwortlich machen. Ihr seien keine Versäumnisse anzulasten, so Meyer. Die Talsohle jetzt mithilfe von Kurzarbeit zu überwinden, sei allemal besser, als Mitarbeiter zu entlassen. Über die Verlängerung um ein Jahr habe der Betriebsrat zwar noch nicht abschließend beraten. Seine Zustimmung sei jedoch sehr wahrscheinlich.



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