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"Kreuz 11" bei jedem Dur-Akkord

Obernkirchen/Stadthagen (sk). Die Weitläufigkeit und Abgeschiedenheit des jbf-Centrums auf dem Bückeberg ist erneut ein idealer Ort zum Musiküben gewesen: Im Rahmen des 3. Niedersächsischen Big-Band-Meetings, organisiert unter anderem vom Stadthäger Ratsgymnasium, haben dort gestern mehr als 130 junge Leute aus fünf Gymnasien einen Workshop für Bläser, Rhythmusgruppen und Gesang absolviert. Profimusiker der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz unterrichteten.

veröffentlicht am 08.06.2007 um 00:00 Uhr

Gefühl und präziser Rhythmus sind für den Bigband-Einsatz gefrag

In Latschen oder Turnschuhen, in T-Shirts, die unverzichtbare Mineralwasserflasche in der Hand sah man gegen 11 Uhr vereinzelt Schüler über die Rasenfläche streben, während aus mehreren Fenstern Trompetentöne, aus anderer Richtung Saxophonklänge drangen. Acht Instrumentengruppen übten separat in den Gebäuden. In der "jbf-Pinte" gab es derweil Erläuterungen: Bei Dur-Akkorden, war zu vernehmen, werde immer "Kreuz 11" gespielt. Im gemütlichen Raum mit Theke und Kamin hatten sich nicht etwa Schüler zum Skatspielen "verkrümelt". Dort ging es um Gitarre und Bass. Im Jazz, verdeutlichte RGS-Musiklehrer und Meeting-Organisator Andreas Meyer, spiele man nicht die übliche Skala der C-Dur-Tonleiter. Der Ruhecharakter des Akkords - in der Klassik durchaus gewollt - komme im Jazz weniger an. Also, so Meyer: "Immer Fis bei C-Dur spielen." Neun Schüler hörten zu, ihr Instrument auf dem Schoß oder auf dem Oberschenkel geparkt. "Man lernt 'ne Menge, auch Theorie", fand Laura Breimann. Die 18-Jährige vom Viktoria-Luise-Gymnasium in Hameln spielt in "ihrer" Schulformation, der "Swinging College-Bigband", Percussion, Bass-Gitarre eher privat. Gitarre und Bass sind nicht das typische Big Band-Instrument aber für den perfekten Sound unerlässlich. Und Meyer machte Mut, sich am Ende eines Stückes oder in Pausen,wenn andere Instrumente schweigen, mit Arpeggio-Läufen in Szene zu setzen. Meyer: "Das ist Eure Chance." Wohl der Big Band, die außer "Blech" und Co. auch vokal etwas vorzuweisen hat. Mit 15 Mädchen und Jungen übte Sandra Gantert vom Hamelner Gymnasium Jazz-Gesang. Der Musiklehrerin ging es darum, ungewohnte Klänge zuzulassen, die Stimme zu entdecken, "sich etwas zu trauen" , zu improvisieren. Und Gantert legte Wert auf "präzise Rhythmik". "Sehr gut" bewertete der 17-jährige Vinh Khnat die Singstunde. Der Hamelner Gymnasiast spielt "hauptsächlich" Klavier, hat aber Spaß am Gesang, ebenso wie Judith Rupnow und Karolin Köppel. Die Abiturientinnen der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen sind in den Workshop "so reingerutscht". Eigentlich wollten die Mädchen die Schul-Big-Band nur beim Abi-Ball mit Gesangseinlagen bereichern. Jetzt ist daraus die Teilnahme an einem dreitägigen Meeting geworden. Vielleicht sind Judith und Karolin heute ab 14 Uhr auf dem Stadthäger Marktplatz zu hören.



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