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CDU: "Resolution im Wahlkampfgetümmel" / Erweiterung möglich? / Ballons für abgelehnte Schüler

Kreis-Schulausschuss fordert neue Gesamtschule

Landkreis (ssr/sk). Der Schulausschuss des Kreistags hat sich mehrheitlich die Resolution des IGS-Elternrates zu Eigen gemacht, in der für Schaumburg neue Gesamtschulen gefordert werden. Die CDU stimmte gegen die Resolution. Gleichzeitig hat der Ausschuss das Schulamt mit der Prüfung beauftragt, ob eine Erweiterung der IGS in Stadthagen von Vier- auf Achtzügigkeit möglich wäre.

veröffentlicht am 08.09.2007 um 00:00 Uhr

Symbol für abgelehnte Schüler: Ernst Lenk (v.l.), Richard Wilmer

SPD/FDP, Grüne und WGS sowie die Eltern- und Lehrervertreter stimmten für die Resolution. In dieser werden kreisweit "neue Gesamtschulen entsprechend der Nachfrage" gefordert. Das wären allein nach der aktuellen Ablehnungsquote an der IGS Schaumburg vier neue Gesamtschulen - von einem zusätzlichen Bedarf im Südkreis ganz abgesehen. Das so genannte Errichtungsverbot für Gesamtschulen müsse aus dem Schulgesetz gestrichen werden. Die Unterstützung des Schulausschusses für diese Resolution wird Kultusminister Bernd Busemann (CDU) rasch zugeleitet. Bernd Wolf vom Kreiselternrat bezeichnete die Lage in Schaumburg als "unhaltbar - ignoranter kann sich ein Kultusminister gegenüber dem Elternwillen nicht verhalten". 31 Prozent der Eltern von Viertklässlern wählten in Schaumburg für ihr Kind die IGS, rechnete Wolf vor. Gunter Feuerbach (CDU) bewertete die Entscheidung als "Wahlkampfgetümmel-Resolution". Der Minister werde das "zur Kenntnis nehmen und fertig". Sichtlich erschrocken reagierte Feuerbach freilich, als er sah, das sich sein Fraktionskollege Horst Sassenberg bei der Abstimmung überraschend enthielt. Feuerbach plädierte dafür, nach einer pragmatischen Lösung der Entlastung zu suchen. Denn, so räumte er ein: "Die CDU-Fraktion erkennt die starke hiesige Nachfrage nach IGS-Plätzen an." Daher solle das Schulamt prüfen, ob die IGS in Stadthagen "in vorhandenen Räumlichkeiten in der Stadt und zu vertretbaren Kosten auf bis zu eine Achtzügigkeit erweitert werden kann". Auch Michael Dombrowski (Grüne) konnte sich für die Erweiterungsoption erwärmen. Er zielte damit freilich erkennbar auf die "kreative Idee", an mehreren Orten de facto neue IGSen zu errichten, und sie der Form halber Erweiterung der IGS Stadthagen zu nennen. "Nichts Halbes und nichts Ganzes" wäre eine solche Außenstelle, wie die CDU sie meine, kritisierte Heinz Grabbe (SPD). Gudrun Olk (SPD) mutmaßte, derartig große und auf Dauer eingerichtete Außenstellen würden vom Minister nicht genehmigt. Schuldezernentin Eva Burdorf fügte hinzu, der Kenntnis des Schulamtes nach gebe die Raumsituation in der Kreisstadt die Verdoppelung der IGS nicht her. Zudem würde das nur etwa hundert der Jahr für Jahr rund 400 abgelehnten IGS-Interessenten helfen, also keine wirkliche Lösung des Problems darstellen. Am Ende stimmte der Ausschuss mit großer Mehrheit für den Prüfauftrag. Bei zwölf Ja-Stimmen gab es ein Nein, eine Enthaltung. Damit muss das Schulamt eruieren, ob eine Erweiterung möglich wäre. Bereits am Donnerstag haben die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold, Ernst Lenk als Stadtratsmitglied der Grünen und der ehemalige IGS-Leiter Richard Wilmers vor dem Schulgelände bunte Ballons in den blauen Himmel steigen lassen - um auf die hohe Zahl niedersächsischer Schüler hinzuweisen, die keinen Platz an einer Gesamtschule finden. Spitzenreiter ist Schaumburg: Hier beträgt die Ablehnungsquote 80 Prozent, laut Helmhold "landesweite Spitze".



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