weather-image
Forst-Vorschlag im ASU: Wirtschaftsplan für Stadtwald erstellen / Platz für junge Bäume schaffen

Kreisforstamt: "Roteichenökonomisch nutzen"

Obernkirchen (sig). Der Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt fällt seine Entscheidungen ungern nur am "Grünen Tisch". Ortsbesichtigungen sind deshalb für seine Mitglieder keine Seltenheit. Diesmal traf man sich an einem etwas ungewöhnlichen Ort - nämlich im Stadtwald an der Lieth. Die Führung des Kreisforstamtes regte dabei an, für diesen Bereich eine Art Betriebs- oder Wirtschaftsplan aufzustellen.

veröffentlicht am 13.09.2007 um 00:00 Uhr

Als einen richtigen Märchenwald bezeichnete der Leiter des Kreis

Die rund 20 Hektar große Fläche ist nämlich nicht nur ökologisch von Bedeutung, sondern kann durchaus auch ökonomisch für die Stadt von Nutzen sein. Auf der Lieth stehen zahlreiche amerikanische Roteichen, die etwa 80 Jahre alt sind und deren Holz derzeit gefragt ist. Bernhard Michel, Leiter des Kreisforstamtes: "Das Holz der Roteiche ist sehr hart und farblich interessant. Es wird für den Innenausbau verwendet, für Möbel und für Wohndielen. Auch beim Holz gibt es Modeströmungen, und zurzeit gehört die Roteiche zu den gefragten Sorten, mit denen man einen guten Preis erzielen kann. Außerdem trägt Holz zu einem angenehmen Wohn- und Raumklima bei." Den im Stadtwald vorhandenen Roteichenbestand bezeichnete Michel als "erntereif". Eine Durchforstung dieses Bereiches sei sinnvoll, weil dadurch mehr Platz für Bäume geschaffen wird, die noch wachsen können. Etwa 50 Festmeter Holz dürften hier im ersten Zugriff geschlagen werden. Die Preise liegen zwischen 80 und 200 Euro je Festmeter. Für den Fichtenwald, der an die Klosterforst angrenzt, schlägt der Kreisforstmeister die schrittweise Umwandlung zu einem Mischwald vor. Das sei eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Maßnahme. Zu diesem Zweck sollten Buchen dazwischen gepflanzt werden. Einige haben sich dort auf freien Flächen bereits selbst ausgesät. Trotz der viele Millionen Festmeter, die durch die schweren Sturmschäden von "Kyrill" angefallen sind, ist die Fichte als Bauholz weiterhin sehr gefragt. Am regesten ist die Nachfrage in Holland und England sowie in den Vereinigten Staaten. Die Bäume auf der Lieth sind etwa hundert Jahre alt und sind frei von Borkenkäferbefall. Besonders lobende Worte fand Michel für jenen Teil des Waldgebietes, der sich an die Liethhalle und an die verschiedenen Schießstände anschließt. Dort stehe ein verwunschener Märchenwald aus bis zu 160 Jahre alten Buchen, die große verzweigte Kronen aufweisen. Nahezu alle Stämme stehen ausreichend frei, was ihre Entwicklung positiv beeinflusst habe. Eigentlich habe diese Waldzone hier auf der Lieth seine Entscheidung für den Försterberuf beeinflusst, versicherte Michel. Rat und Verwaltung müssen nun entscheiden, wie der stadteigene Wald in nächster Zeit bewirtschaftet werden soll. Die Kreisforst als Vertragspartner der Stadt hat die Vorgaben geliefert. Das Durchforsten des Roteichenbestandes und damit die Nutzung des gefragten Holzes könnten rein theoretisch noch in diesem Jahr erfolgen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt