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Feuerwehren brauchen mehr Fahrer für schwere Fahrzeuge

Kreisbrandmeister blickt nach Bayern: 4,25 Tonnen?

Landkreis (jl). So manche Feuerwehr in Schaumburg dürfte nach Einschätzung von Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote auf längere Sicht Probleme bekommen, ihre Fahrzeuge mit den entsprechenden Führerscheininhabern zu besetzen. Deshalb setzt -nicht nur Grote -auf eine Bundesratsinitiative aus Baye rn.

veröffentlicht am 03.09.2008 um 00:00 Uhr

Es sind nach den Darlegungen der zuständigen Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz mehrere Entwicklungsstränge, die das Führerschein-Problem bei den ehrenamtlichen Brandschützern ausmachen. Es sei nicht nur die Abschaffung der alten Klasse 3 im Jahr 1999, die noch das Fahren von 7,5 Tonnern ermöglicht habe. Außerdem könnten tagsüber Ehrenamtliche, die in geraumer Entfernung vom Wohnort arbeiten würden, nicht mobilisiert werden - dadurch stehen den Feuerwehren noch weniger Einsatzkräfte zur Verfügung. Ergänzt werden diese Faktoren durch die immer größere Gesamtmasse moderner Fahrzeuge. Dabei wird nach Angaben von Karl Schmieding vom Kreisordnungsamt die Gesamtmasse von 3500 Kilogramm immer häufiger überschritten, womit Inhaber der Führerscheinklasse B, dem Nachfolger der alten Klasse 3, gleichsam aus dem Rennen sind. Etwa die Hälfte der 138 Löschfahrzeuge im Kreis ließen sich allerdings von Klasse-B-Inhabern steuern, wenn die Tonnagegrenze auf 4,25 Tonnen erhöht würde. So will es eine bayerische Bundesratsinitiative. Mit dieser liebäugeln der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund, Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote und Mitstreiter, und über diese denken auch Dezernentin Müller-Krahtz und Kollegen im Kreishaus seit einigen Tagen intensiv nach. Andere Wege, den Feuerwehren vom Kreis aus zu helfen, seien schwierig, betontedie Dezernentin. So könne die Verwaltung keine Ausnahmegenehmigungen erteilen. Dafür sei das Land zuständig, und der Minister habe bereits aus Sicherheitsgründen abgelehnt, fasste Müller-Krahtz die Großwetterlage zusammen. Auf jeden Fall würde die Obergrenze 4,25 Tonnen "vielen helfen" ist sich Grote sicher. Schmieding wies auf etliche kommunale Gegenmaßnahmen hin, die es spätestens seit der Neuordnung der Führerscheinklassen gibt. Als eine der ersten Kommunen hat die Samtgemeinde Lindhorst nach den Schilderungen von Ordnungsamtsleiter Wolfgang Fischer 1999 ein Programm aufgelegt, das jährlich für zwei Feuerwehrleute die Führerscheinkosten übernimmt. Ähnliches wusste Schmieding über die Samtgemeinde Nenndorf, die Stadt Stadthagen und weitere zu berichten. In Bückeburg hat die Stadt bereits ein Feuerwehrfahrzeug mit einer zweiten Bedieneinheit ausstatten lassen, um auf diese Weise Fahrschulkosten zu sparen.

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