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Anfrage im Gemeinderat Heeßen diskutiert / Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet

Kreis soll zum Lagerplatz Stellung nehmen

Heeßen (sig). Eigentlich gab es keine besonders schwergewichtigen Themen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Heeßen. Manchmal steckt jedoch hinter ganz nüchternen Ankündigungen wesentlich mehr Brisanz als erwartet. Diesmal war es eine Voranfrage eines Landwirtes, die eine längere und vor allem kontroverse Diskussion auslöste.

veröffentlicht am 25.07.2006 um 00:00 Uhr

Um dieses Gelände an der Schulstraße erhitzte sich die Diskussio

Bei dieser Anfrage, die an das Bauordnungsamt des Landkreises gerichtet war, geht es um das Anlegen eines Platzes für die Zwischenlagerung von Heu- und Strohfutter. Zur Ausgestaltung des vorgesehenen Geländes an der Schulstraße schreibt der Antragsteller: "Den Untergrund möchten wir mit Schotter und Grand anlegen, danach soll die Fläche durch Pflaster befestigt werden, damit wir sie besser säubern können. Die Südseite möchten wir mit einem einen Meter hohen Erdwall auffüllen, die Nordseite mit einem etwa zwei Meter hohen Wall, damit das Landschaftsbild nicht gestört wird." In einer Vorlage der Gemeinde Heeßen für die Ratssitzung wird darauf hingewiesen, dass dieses Grundstück nicht in einem gültigen Bebauungsplan liegt, sondern im Landschaftsschutzgebiet. Im nächsten Absatz wird das Schreiben noch deutlicher. Da heißt es nämlich unter anderem: "Bei dieser Entscheidung wäre seitens des Rates zu berücksichtigen, dass in der Vergangenheit diese Zwischenlagerung offensichtlich bereits illegal betrieben wurde und die Art und Weise zu ständigen Beschwerden und Beanstandungen im Bereich der Schulstraße geführt hat. Die bisherige Nutzung nahm auf die Verkehrsinteressen einschließlich Schulweg nie Rücksicht." Heinz Wischnat, der in Heeßen die Funktion des Gemeindedirektors innehat, erklärte zunächst, dass Silage nicht ohne festen Untergrund angelegt werden könne. Er habe schon seit Jahren darum gebeten, das Ortsbild von Heeßen zu verschönern. Der Gemeinderat seinerseits habe die Verwaltung immer wieder aufgefordert, Missständen nachzugehen. "Wir können diese Planung an der Schulstraße ablehnen", lautete das Fazit von Heinz Wischnat. Ratsherr Gerhard Hasse: "Wenn das Heu- und Strohfutter nicht auf vielen Stellen abgelegt wird, sondern konzentriert auf einem befestigten Untergrund, ist auch eine weitere Verschmutzung der Schulstraße nicht zu befürchten." Heiner Meier, der Vorsitzende des Bauausschusses reagierte darauf mit der Feststellung: "Wir sind einfach nicht genügend informiert, um das heute zu entscheiden." An der Diskussion beteiligten sich noch weitere Mitglieder des Gemeinderates. Schließlich regte Manfred Schönenborn an, man möge doch eine rechtsverbindliche Auskunft des Landkreises Schaumburg anfordern und diesen Punkt bis zum Erhalt der Antwort von der Tagesordnung nehmen. Bei einer Gegenstimme von Gerhard Hasse entschied sich der Rat schließlich für diesen Weg.

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