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Reinsdorfer Familie findet verwaisten Nachwuchs / Jungtiere werden mit Katzenmilch aufgepäppelt

Kraterzoo hilft: Happy End für drei Igelkinder

Reinsdorf/Bad Nenndorf (nah). Drei kleine Igelkinder krabbeln munter auf den Händen von Lenchen Schulz. Sie entwickeln sich prächtig, weil die Ehefrau von Kraterzoo-Besitzer Werner Schulz sie sorgfältig mit Katzenmilch und eingeweichtem Trockenfutter und Griespudding aufzieht. Vor ein paar Wochen wären sie wohl dem sicheren Tod nahe gewesen, wenn nicht Boxer Alexa die Reinsdorfer Familie Domnick auf die Kinderstube aufmerk sam gemacht hätte.

veröffentlicht am 08.10.2007 um 00:00 Uhr

Von Reinsdorf in den Kraterzoo: Lenchen Schulz kümmert sich lieb

Das Drama begann an einem Nachmittag, als die Hündin im Garten hinter einem Buchsbaum einen ausgewachsenen Igel aufspürte. Nichtsahnend nahm Bernhard Domnick das Tier und setzte es auf eine Grünbrache in der Nachbarschaft. Alexa schnüffelte immer wieder aufgeregt im Gebüsch. Am nächsten Tag begann das gleiche Spiel von vorn. Wieder trottete ein Igel durch den Garten, wieder brachte ihn der Hausherr in die Nachbarschaft. Doch das seltsame Gebaren seines Hundes ließ ihm keine Ruhe: Er machte sich auf die Suche und fand ein Nest mit drei winzigen Stacheltieren. Fortan durfte die Igelmama im Garten bleiben. Aber nur zwei Tage später hörte Ehefrau Angela aufgeregte piepsende Schreie. Die gerade einmal kastaniengroßen Igelwelpen irrten offenbar allein durch den Garten. Angela und Bernhard Domnick brachten sie zurück in ihr Nest. Doch das Schreien hörte auch am nächsten Tag nicht auf: Das Muttertier kümmerte sich offenbar nicht mehr um die Kleinen. Was nun? Der Tierschutzverein Bad Nenndorf/Rodenberg verwies die Reinsdorfer auf die Wildtieraufzuchtstation in Sachsenhagen. Doch auch diese konnte nicht weiterhelfen. Also zurück zum Tierschutzverein: Deren Vorsitzende riet nun, es beim Nenndorfer Kraterzoo zu versuchen. Deren Leiter Werner Schulz war sofort bereit, sich um den Nachwuchs zu kümmern. Bernhard Domnick, zugleich Reinsdorfer Ortsbrandmeister, erklärte den Tiertransport umgehend zum Feuerwehreinsatz. Die Helfer brachten die Winzlinge zum Kraterzoo. "Die sind immer noch an der Brust meiner Frau", meint Werner Schulz jetzt auf Anfrage unserer Zeitung. Anfangs in der Privatwohnung, seit kurzem aber auf dem Balkon, werden sie allmählich auf ihr späteres Leben in der Natur vorbereitet. Lenchen Schulz macht aus ihrer Liebe zum ungewöhnlichen Familienzuwachs keinen Hehl: "Ich muss nur rufen, und schon kommen sie angelaufen." Nicht einmal ihre Stacheln stellen sie bei ihr auf. Dabei sind die natürlichen Waffen gegen Feinde schon ganz schön spitz. Bis zum nächsten Frühjahr werden sie noch im Hause Schulz bleiben. So lange ist der Tisch noch reichlich gedeckt - manchmal sogar mit Bananen oder Griespudding.



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