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Krankenhaus-Neubau zentral in Schaumburg?

Landkreis (wer). Vor wenigen Wochen noch war der Neubau eines zentralen Krankenhauses in Schaumburg kaum mehr als ein optimistisches Sandkasten-Szenario. Inzwischen verfolgt der Landkreis eine ernsthafte Option. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier bestätigt Informationen unserer Zeitung, nach denen das Niedersächsische Sozialministerium das Konzept einer gemeinsamen Trägerschaft mit der Stiftung Bethel unter einem Dach als „förderwürdig“ einschätzt - die entscheidende Voraussetzung zur Realisierung.

veröffentlicht am 06.03.2008 um 10:33 Uhr
aktualisiert am 04.12.2012 um 10:34 Uhr

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Gemeinsam haben Schöttelndreier und Dr. Michael Winckler, Vorsitzender der Bückeburger Stiftung Bethel, das Konzept für eine gesellschaftsrechtliche und bauliche Fusion der drei Schaumburger Krankenhäuser in Hannover vorgestellt. Das Konzept sieht die radikalste Stufe aller bisherigen Kooperationsbemühungen vor:einen Klinik-Neubau im Raum Obernkirchen anstelle der drei Einzelstandorte Stadthagen, Rinteln und Bückeburg. Dr. Boris Robbers, Referatsleiter im Sozialministerium und oberster Landesplaner für Krankenhäuser in Niedersachsen, zeigte sich angetan von der regionalen Fusion und signalisierte Unterstützung. „Ich bin freudig überrascht“, wertet Schöttelndreier das Gespräch als unerhofften Erfolg. Robbers will das Konzept in den Krankenhaus-Planungsausschuss des Landes einbringen, in dem neben dem Sozialministerium die Krankenkassen und die Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft vertreten sind. Mit einer verbindlichen Förder-Entscheidung wird frühestens im November 2008 gerechnet. Nach dem Termin im Ministerium darf sich der Landkreis jetzt jedoch berechtigte Hoffnungen machen, dass die Entscheidung positiv ausfällt und das Land einen erheblichen Teil der Investitionssumme zuschießen könnte. Immerhin deckt sich das Konzept in weiten Teilen mit den Prioritäten der Landes-Krankenhauspolitik. Es generiert Synergieeffekte in großem Stil, spart Personal und realisiert den gewünschten Bettenabbau: Statt 520 bis 550 Betten in drei Häusern würde das Zentral-Klinikum mit maximal 400 Betten auskommen. Damit würde es etwa halb so groß ausfallen wie das offiziell bereits eröffnete neue Klinikum im Nachbarkreis Minden-Lübbecke.

Das Investitionsvolumen wird auf 80 Millionen Euro geschätzt. Eine Konzentration der Häuser unter einem Dach würde nicht nur Kosten sparen, sondern auch medizinisch einen Aufstieg in eine höhere Liga bedeuten: Schwerpunkt-Bildungen wären möglich, die jedes Haus für sich überfordern würden. Ein Neubau böte zudem die Möglichkeit, die Architektur auf moderne Arbeitsstrukturenauszurichten - das neue Klinikum in Minden gilt hier als vorbildlich. Bis November haben der Landkreis und seine Beratungsgesellschaft PwC noch einige offene Planungsfragen zu klären.

Zum Beispiel: Welche Nachnutzungen sind für die künftigen Altstandorte denkbar? Parallel und juristisch sorgfältig getrennt zum Gemeinschaftsprojekt „Neubau“ betreibt der Landkreis für die eigenen Häuser weiterhin ein Bieterverfahren, das bis Anfang April eine erste Auswahl potenzieller Investoren ermitteln soll. Die evangelische Stiftung Bethel hat ihrerseits bereits enge Kontakte zum Krankenhaus-Betreiber Pro Diako aus Hannover geknüpft, der beim Termin im Sozialministerium bereits mit am Tisch saß.

Die Stiftung und Pro Diako haben eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterschrieben. In Bückeburg bewertet man die gemeinnützige „Pro Diako gGmbh“, die sich christliche Ethik als Leitwert auf die Fahnen schreibt, als einzig vorstellbaren Partner für die evangelische Stiftung Bethel. Eine Weichenstellung, an der auch der Landkreis nicht vorbeikommt. Für ihn lassen sich beide Optionen, die Fusion mit Bückeburg und die Beteiligung eines Investors, nur in einer Variante zusammenführen: als Dreier-Lösung unter Beteiligung von Pro Diako. Ohne finanzkräftigen Partner dürfte auch das Neubau-Projekt, selbst wenn das Land mehr als die Hälfte der Investitionskosten aufbringen sollte, eher utopisch bleiben.



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