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Konzert mit Uwe Meier und Regina Ackmann

Kraftvoller Bariton ersingt 300 Euro

Obernkirchen (dis). Mit dem erklärten Ziel, den gesamten Erlös ihres Auftritts in der Stiftskirche dem Kinderkrankenhaus Gomel in Weißrussland zu spenden, hatten Organistin Regina Ackmann und Bariton Uwe Meier ein vielfältiges Programm eingeübt. Es bestach durch Anspruch und den pausenlosen Einsatz des Vokalisten.

veröffentlicht am 06.11.2006 um 00:00 Uhr

Uwe Meier.

Stimmungsvoll eingesungen mit "Domine Deus" aus der "Messe in F-Dur", fanden Uwe Meier und seine feinfühlig differenzierende Partnerin bei Passagen aus der Kantate "Ich habe genug", BWV 82, mit imponierender Reife und Ernsthaftigkeit noch tieferen Zugang zu Johann Sebastian Bach. Georg Friedrich Händels "When Thou tookest upon Thee" und "Vouchsafe, oh Lord" sowie Franz Schuberts "Ach Herr, wie lange willst Du mein so ganz vergessen" und Teile aus Beethovens "Die Ehre Gottes in der Natur", op. 48, Nr. 4, boten dem Solisten dann weitere Gelegenheit, seinen kraftvollen Bariton zu entfalten. Als expressiver Deklamator düsterer Seelenbekenntnisse zeigte sich der Sänger in den Sätzen "Es ist genug" und "Ja, es sollen wohl Berge weichen", die Mendelssohn-Bartholdys "Der Elias" entstammten. Der Künstler füllte seine Partien mit großer Präsenz aus. Im weiteren Verlauf verlieh der in Frankfurt lebende promovierte Physiker und ausgebildete Sänger mit sicher geführtem Organ dem Psalm 148, "Lobe den Herrn im Himmel", von N. J. Lemmens weiche Züge. Anschließend reizte der gebürtige Meerbecker inständig die melodiösen Stücke "The peace of God" und "The Lord is my shepherd" des 1945 geborenen John Rutter aus. Dank seiner stimmschönen Beredsamkeit hinterließ Uwe Meier auch bei den Spirituals "My Lord, what a morning", "Ride on, King Jesus" sowie "Heav'n, Heav'n" - mit eigener Gitarrenbegleitung - sehr positiven Eindruck, den Regina Ackmann durch mitdenkende Orgelassistenz noch verstärkte. Zum Schluss des tönenden Reigens verfehlten eine emotionale Passage aus John Bocchinos "Josef, König der Träume" und eine John-Rutter-Zugabe ihre Wirkungen nicht. Herzlicher Applaus und 300 Euro Spendengelder von einem wegen des Schmuddelwetters leider nur relativ kleinen Zuhörerkreis.

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