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Wangelister Kleingärtner vom Riepenbach ernennen Manfred Hobein vom Männergesangverein zum Maibaumkönig

Kräftemessen unterm Maibaum in der grünen Gurke

Hameln (fn). „Die Augen weit aufgerissen, das verschwitzte Gesicht verzerrt und gerötet.“ Köpfe mit diesen Gesichtsausdrücken gab es jetzt in der grünen Anlage der Kleingartenkolonie „Riepenbach“. Das waren keine neidvollen Blicke über den Maschendrahtzaun, wo der Laubennachbar mal wieder die dickeren Früchte heranzüchtet.

veröffentlicht am 05.05.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 20:21 Uhr

Hameln (fn). „Die Augen weit aufgerissen, das verschwitzte Gesicht verzerrt und gerötet.“ Köpfe mit diesen Gesichtsausdrücken gab es jetzt in der grünen Anlage der Kleingartenkolonie „Riepenbach“. Das waren keine neidvollen Blicke über den Maschendrahtzaun, wo der Laubennachbar mal wieder die dickeren Früchte heranzüchtet. Nein, diesmal maßen sich 12 „Schwerathleten“ beim „Tanz in den Mai“ um den Titel des „Maibaumkönigs“. Maßarbeit beim Sägen, Nägel treffen und Bierkrüge möglichst lange mit gestrecktem Arm halten – Disziplinen beim „Riepen-Dreikampf“. So „schwächelte“ Danilo Loncovic bereits ein wenig beim Bierkrugstemmen – nach noch nicht einmal drei Minuten neigte sich sein Arm. Loncovic, dessen Riesenhände an Handbällen zu kleben scheinen, meinte humorvoll: „Da war ja nur Wasser drin. Eine Maß mit Bier hätte ich länger gehalten. Wasser ist zum Waschen da, aber nicht zum hochhalten.“ Und warum Zlatko Banjavcec vier Nägel in sechs Sekunden in ein Kantholz einschlagen konnte, weiß er nicht. Ist er doch wirklich kein Zimmermann. Als solcher betätigte sich jedoch schon einmal Zuschauer Adolf Hundertmark vor 40 Jahren beim Bau des Vereinsheimes „Grüne Gurke“. „Da habe ich mitgeholfen und die Dachsparren genagelt“, sagt der ehemalige 2. Vorsitzende des Kleingartenvereins. „Heute gebe ich mit meinen 76 Jahren den Jüngeren eine Chance zu gewinnen“, gibt sich der Gartenfreund jovial, ohne wissen zu können, dass der gerade mal acht Jahre jüngere Manfred Hobein vom Männergesangverein den Jüngeren den Schneid abkaufte und sich den Titel des Maibaumkönigs sicherte. Nun darf er die Kommandos beim nächsten Aufstellen des Wangelister Maibaums geben – anpacken müssen dann die anderen. Die Lanze für starke Männer vom Riepenbach brach Waltraud Baumgart, seit 1967 Gartenpieper in der Kolonie. „Eigentlich strengen sich die Männer hier in den Gärten immer so an wie heute“, lobte die 79-Jährige und freute sich auf das Beisammensein der 150 Gäste bei Gerstensaft, Gegrilltem und Tanz in der „Grünen Gurke“. Da konnte dann auch „Sportmoderator“ Holger Strauß durchatmen. „Die Grüne Gurke hat sich in den 40 Jahren ihres Bestehens zu einem Lokal der Wangelister Vereine entwickelt, wie man auch heute wieder sehen konnte“, sprach der 1. Vorsitzende der Kleingärtner das Miteinander nicht nur beim Maibaumaufstellen an.



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