weather-image
29°
Arbeiten in der Fußgängerzone locken Schaulustige / Belästigung in der Emmernstraße hält sich noch in Grenzen

Krachende Show auf der Hochzeitshausterrasse

Hameln (wul). Ein Schauspiel auf der Hochzeitshausterrasse ist in Hameln zwar immer eine Besonderheit – aber gestern gab es einen außergewöhnlichen Auftritt: ein 20 Tonnen schwerer, quietschroter Bagger, der die Treppenstufen hochsteigt und, oben angekommen, mal auf allen Vieren, mal nur auf den hinteren zwei Rädern tänzelnd mit Wucht die Abdeckung abkratzt. Während der nächsten drei Wochen wird der Bereich zwischen Marktkirche und Hochzeitshaus erneuert – nicht gerade zur Freude aller.

veröffentlicht am 19.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2010 um 17:23 Uhr

M. Steppuhn
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Birte Wulff

Hameln. Ein Schauspiel auf der Hochzeitshausterrasse ist in Hameln zwar immer eine Besonderheit – aber gestern gab es einen außergewöhnlichen Auftritt: ein 20 Tonnen schwerer, quietschroter Bagger, der die Treppenstufen hochsteigt und, oben angekommen, mal auf allen Vieren, mal nur auf den hinteren zwei Rädern tänzelnd mit Wucht die Abdeckung abkratzt. Während der nächsten drei Wochen wird der Bereich zwischen Marktkirche und Hochzeitshaus erneuert – nicht gerade zur Freude aller. Wer nämlich glaubt, die kritischen Stimmen gingen jetzt einfach im Baggerlärm unter, irrt. Kritik an der Sanierung gibt es auch nach dem Startschuss noch, und Michael Steppuhn nimmt sie ungewollt am Bauzaun inmitten der Fußgängerzone entgegen. Er ist seit einer Woche in Hameln im Einsatz, hört sich auch mal Drohungen an, die sich gegen die Oberbürgermeisterin richten, lässt sich fragen, warum das denn jetzt alles sein müsse in Zeiten der knappen Haushalte und muss als Bauleiter der Firma Kögel Bau keine Antworten darauf haben. Seine Aufgabe besteht darin, die aufsehenerregenden Arbeiten zu koordinieren und ein Auge auf seine vier Mann starke Kolonne und den Projektplan zu haben. Zunächst wird alles bis aufs Betonfundament weggestemmt, was ausgebessert werden muss, wird ausgebessert, Leitungen für eine LED-Lichtleiste werden verlegt, es folgen zum Schluss die Obernkirchener Sandsteinplatten als neue Oberfläche.

Dass ansonsten innerhalb der ersten Woche der Sanierung anscheinend eher wenig passiert ist, weist Steppuhn zurück. Die Emmernstraße sei für den Baustellenverkehr präpariert, ein Baum gefällt worden, auf dem Lütjen Markt sei der Boden bereits ausgeschachtet worden, und heute oder morgen gehe es am Pferdemarkt hoch her, besser: tief her. Dann wird die Grube ausgehoben, in der eine Trafostation eingelassen wird. „Dann kommt großes Baugerät“, kündigt Steppuhn an, wann es für schaulustige Baustellenfans interessant werden könnte: nächsten Montag, wenn ausgeschachtet wird. Die zwei Cafés am Pferdemarkt haben dann – je nach Interessenlage der Gäste – entweder die besten oder die denkbar ungünstigsten Plätze. Das Getöse auf der Hochzeitshausterrasse ist enorm. In der Emmernstraße dagegen, in der die Aufregung schon vor Baubeginn groß war, hält sich die Lärmbelästigung in Grenzen. Noch. „Im Augenblick fahren nur die kleinen Lkw durch – das ist ja erst die Vorhut“, sagt Anlieger und Geschäftsmann Klaus Pfisterer. Er hatte zusammen mit den Nachbarn gegen die Entscheidung der Stadtverwaltung, den Baustellenverkehr ausschließlich über die Emmernstraße fahren zu lassen, protestiert. „Wenn das so bliebe, dann hätte keiner Einsprüche erhoben“, so Pfisterer über die aktuelle Lage. Lediglich über Lkw-Fahrer, die „eine halbe Stunde lang den Motor laufen lassen“ habe er sich bislang ärgern müssen.

Immer wieder bleiben Passanten neugierig am Bauzaun stehen, verfolgen den Baggerauftritt fasziniert und wollen wissen, was da eigentlich passiert. Antworten darauf suchen sie bislang vergeblich, es sei denn, sie fragen die Bauarbeiter. Das „ansprechende Bauschild“ komme noch, heißt es bei der Stadt. In Auftrag gegeben sei es, aber noch „nicht fertig“; dann aber soll es an zentraler Stelle informieren. Das sollen die Mitarbeiter im extra eingerichteten Baustellenbüro im Hochzeitshaus auch, was bislang nur von einem Anlieger in Anspruch genommen worden sei. Auch in das kleine Zimmer weist noch kein Schild den Weg, doch das solle sich ebenfalls in Kürze ändern. Montags und donnerstags von 15 bis 16 Uhr wird dort bei Bedarf über den Bauablauf informiert, sowie mittwochs zwischen 11 und 12 Uhr.

270_008_4277526_hm203_2004.jpg

Seit gestern sind die Abrissarbeiten in Hamelns Zentrum in vollem Gange.Fotos: Dana

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare