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Italienische Raritäten mit dem Damentrio "Aurora Musicale" in der Katharinenkirche

Kostbarkeiten für Kenner und Liebhaber

Kathrinhagen. Es war so recht eine Veranstaltung für "Kenner und Liebhaber", das unter dem Oberbegriff "Stylus Phantasticus" stehende Konzert mit italienischer Violinmusik des 17. Jahrhunderts bei Kerzenschein in der altehrwürdigen Katharinenkirche, zumal das charmante Damentrio "Aurora Musicale"gastierte.

veröffentlicht am 20.09.2006 um 00:00 Uhr

Charmantes Damentrio: "Aurora Musicale", das sind Claire Bracher

Autor:

Dietlind Beinßen

Barockviolinistin Katharina Krüger, Cembalistin Paulina Kilarska und Claire Bracher, Viola da Gamba, führten an- und aufregende Raritäten unterschiedlicher Meister vor und bewiesen, dass sie nicht nur sensible Ensemblespielerinnen sind, sondern zudem Solistinnen mit sicherem künstlerischen Gespür. Begonnen wurde mit Dario Castellos emotionsreicher Sonata II aus der "Sonate concertante im stil moderno", die dem Artikulationsstil des gut aufeinander hörenden Teams entgegenkam. Prägnant phrasiert und akzentuiert, ertönten die schnellen Sätze, ganz gemessen und verhalten, doch voller Emphase die getragenen. Von ihren Partnerinnen adäquat umrahmt, begegnete die zumeist anführende Geigerin ferner Bachs "Sonata für Violine und basso continuo", BWV 1021, mit beachtenswert feinem, aber auch raschem, energischen Bogenstrich. In angenehmer Erinnerung bleiben darüber hinaus die mit klingender Leidenschaft gestaltete, farbenfrohe "Sonata Seconda" des Giovanni Battista Fontana und die für Cembalo und Geige konzipierte, von Johann Heinrich Schmelzer geschaffene "Sonata IV", in der das Duo die mannigfachen Figurationen vorbehaltlos nachzeichnete. Differenziert und wandlungsreich verlieh Katharina Krüger im Laufe des Abends noch Franz von Bibers "Passacaglia" Gewicht, und ihre Mitstreiterinnen kosteten die tänzerisch anmutende "Sonate in G-Dur", Nr. 39, von Karl Friedrich Abel in alle Richtungen hin aus. Mit lieblich-italienischem Esprit versah Paulina Kilarski zwischendurch das wirkungsvolle Bach´sche Präludium für Cembalo. Die Krönung kam zum Schluss, denn Franz von Bibers, durch die Instrumentalistinnen ausgesprochen lustvoll und gefühlsstark in Szene gesetzte, kontrastreich wirbelnde Sonata X "Kreuzigung Jesu" aus Rosenkranz- und Mysteriensonaten mutete in dieser engagierten Umsetzung fast noch dramatischer als entsprechende Passagen aus Vivaldis "Die vier Jahreszeiten" an. Hochverdienter, herzlicher Applaus.

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