weather-image
13°
Heimische Experten sind gegen Fischfang mit Zyanid / Quartalstreffen in Eilsen

Korallen brauchen zum Wachsen vor allem eines - ultraviolettes Licht

Günther Insinger füttert die Fische im Bad Eilser Meerwasseraquarium und weiß: "Die sind so klug, dass sie sich schon versammeln, wenn ich nur den Futterbehälter an die Glasscheibe halte." Foto: sig Bückeburg/Bad Eilsen (sig). Mit einem besonderen Zauber umgeben ist jene Welt, mit der sich eine Gruppe von Meerwasser-Aquarianern befasst, die sich im vierteljährlichem Rhythmus trifft. Ihr gehören sowohl Bückeburger und Stadthäger an als auch einige Männer aus Bielefeld, Herford, Minden und Bad Oeynhausen an. Früher besuchte man sich gegenseitig zum Erfahrungsaustausch. Nachdem vor einigen Jahren Jahr im "Haus des Gastes" in Bad Eilsen ein 3000 Liter umfassendes Meerwasser-Aquarium entstand, kommt man dort zusammen.

veröffentlicht am 09.01.2007 um 00:00 Uhr

0000435361-gross.jpg

Inzwischen ist diese Gemeinschaft auch ohne Vereinsstruktur größer geworden. Bis zu 20 Personen sitzen am ersten Sonnabend eines neuen Quartals zum Fachsimpeln zusammen. Da gibt es nicht nur das persönliche Zwiegespräch, sondern es werden auch bestimmte Themen gemeinsam behandelt. Darüber machen sich mit Günther Insinger, dem aus Scheie stammenden Leiter dieser Gruppe, und dem Bückeburger Horst Neufahrt zwei absolute Experten Gedanken. Diesmal ging es um den so genannten "Giftfang von Meerwasserfischen", der besonders in thailändischen Gewässern und im Bereich der Philippinen üblich ist. Dort tauchen Einheimische, in den meisten Fällen ohne Sauerstoffgerät, tief bis zu den Korallenriffs. Dort versprühen sie ein Wasser-Zyanid-Gemisch, mit dem die kleinen tropischen Meeresbewohner betäubt werden und sich leichter mit Netzen einfangen lassen. Günther Insinger: "Das ist mit unerwünschten Folgen sowohl für die Fische als auch für die Korallen verbunden. Nicht selten sterben diese Fische plötzlich nach einigen Wochen, weil innere Organe geschädigt sind. Die Händler, dessen die unerfreulichen Fangmethoden durchaus nicht unbekannt sind, versuchen mit Hilfe von Antibiotika diese Folgen zu verhindern." Auch das Züchten von Korallen war ein Thema bei der Zusammenkunft am Sonnabend. Dieter Rössig (Deckbergen) und Dieter Busse (Minden) haben sich darauf spezialisiert, farbige Steinkorallen zu züchten, die eine höhere Lebensform als Pflanzen darstellen. Sie werden auch als "Blumentiere" bezeichnet, ernähren sich von Mikroplankton und leben in einer Symbiose mit einer Algenart. "Ein wichtiges Anliegen für die Meerwasser-Aquarianer ist die Beleuchtung, denn für ihren Wachstumsprozess benötigen die Korallen Licht mit einem hohen Anteil an ultravioletter Strahlung", betonte Horst Neufahrt. Er hatte zusammen mit Günther Insinger beratend mitgewirkt beim Bau des Meerwasser-Aquariums im "Haus des Gastes". Insinger betreut diese Anlage und ihre technische Ausrüstung seitdem wöchentlich. Dort sind übrigens nicht nur die stabilen Steinkorallen zu sehen, sondern auch die flexibleren Lederkorallen und die zerbrechlicher wirkenden Weichkorallen, deren Verästelungen sich bei jedem Wellenschlag bewegen.

Der adäquate Partner für die Vorbereitung der Gesprächsrunden is
  • Der adäquate Partner für die Vorbereitung der Gesprächsrunden ist der Bückeburger Horst Neufahrt.
0000435361-12-gross.jpg


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare