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"Abend der Religionen": Rolle der Frau steht im Vordergrund

Kopftuchtragen nicht auf Symbolisierungen reduzieren

Bückeburg (bus). Die Bückeburger Initiative gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz "Alle unter einem Dach" setzt ihre Reihe "Abend der Religionen" fort. Nachdem in den vorangegangenen Veranstaltungen die Wesensmerkmale unterschiedlicher Konfessionen vorgestellt wurden, betrachtet der aktuelle Abend das spezielle Thema "Die Stellung der Frau in den drei Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum".

veröffentlicht am 09.11.2006 um 00:00 Uhr

Kopftuchtragen darf nicht auf die Symbole "politisches Zeichen"

Wie Irmgard Klingst und Stephan Hartmann von "Alle unter einem Dach" sowie der Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde im Landkreis Schaumburg, Alexander Pojarov, während der Vorstellung ankündigten, verspricht die Veranstaltung einen hochinteressanten Meinungsaustausch. Einerseits sei die Thematik, festzumachen an den Stichwörtern Kopftuchstreit, Zwangsheirat, Situation in den Familien,nach wie vor sehr aktuell. Auf der anderen Seite bürgten die Referenten für interessante Diskussionsbeiträge. "Alle unter einem Dach" erwartet als Experten Anne Riemenschneider, Pastorin an der Bückeburger Stadtkirche, Jonah Sievers, für die Bereiche Hannover, Schaumburg und Hameln-Pyrmont zuständiger Rabbiner aus Braunschweig, und Hamideh Mohagheghi, Referentin für interreligiösen Dialog im Vorstand des muslimischen Frauennetzwerkes "Huda". Insbesondere die als durchaus streitbar bekannte islamische Theologin lasse aufschlussreiche Aspekte erwarten. In den Erörterungen sei immer wieder zu hören, dass das Kopftuch ein politisches Zeichen und ein Zeichen der Unterordnung der Frau sei. Die Reduzierung des Kopftuchs auf diese zwei Symbole stelle indes eine Interpretation dar, die der Meinung einer muslimischen Minderheit entspreche, sagt Mohagheghi. Diese Interpretation komme einer Diffamierung der Mehrheit der kopftuchtragenden Frauen gleich, die ihr Leben frei, selbstbewusst und selbständig gestalteten, welche verantwortungsbewusst und kompetent Entscheidungen träfen und ein Recht auf persönliche Entfaltung hätten. Frauen, die jede Form von Bevormundung ablehnten und sich dagegen wehrten. Mohagheghi: "Die Globalisierung rückt die unterschiedlichen Lebensformen näher zueinander. Für die Integration und ein friedliches Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen ist die Aufgabe eigener Werte oder eine Selbstverleumdung ein falscher Ansatz, der zu Unzufriedenheit und Konflikten führt." Obliegenheit verantwortungsbewusster Menschen sei es, eine ehrliche und dem Grundgesetz konforme Lösung zu finden und nicht den Versuchungen wahlpolitischer Zwänge und Selbstprofilierungen zu erliegen. Der "Abend der Religionen" beginnt am Donnerstag, 16. November, um 19.30 Uhr in der Grundschule Im Petzer Feld (Petzer Straße 43). Der Besuch der Veranstaltung ist kostenlos. Die Initiative ist im Internet unter der Adresse alle-unter-einem-dach.com zu erreichen.

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