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Bürgermeister Reiner Brombach zu den dringendsten Aufgaben, Vorhaben und Zielen 2007

"Konstruktiv zum Wohle der Stadt arbeiten"

Bückeburg. Das neue Jahr ist vier Tage alt. Was war 2006 los, was erwartet die Bückeburger 2007? Über die dringendsten Aufgaben, Vorhaben und Ziele sprach LZ-Redakteur Raimund Cremers mit Bürgermeister Reiner Brombach.

veröffentlicht am 04.01.2007 um 00:00 Uhr

Die Weiterentwicklung des Baugebietes Falkingsviertel sowie die

Herr Brombach, was war für sie das herausragendste Ereignis des vergangenen Jahres? Eindeutig die Fußball-Weltmeisterschaft. Die "Fanmeile", gerade erst zum "Wort des Jahres" gekürt, gab es auch in Bückeburg. Und auch hier war die WM geprägt von der Verbundenheit der Nationen, von Fröhlichkeit und Freundschaft und vom Super-Sommerwetter. Fröhlichkeit und Freundschaft, die sich übrigens auch schon bei den Festlichkeiten zur 40-jährigen Städtepartnerschaft mit Sablé und Nieuwerkerk gezeigt haben, als wir drei Tage lang Europa und unsere Verbundenheit gefeiert haben. Und in der Bückeburger Politik? Hier hat sich einiges geändert. Ich bin seit Anfang 2006 der erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt. Eine historische Veränderung ist die Zusammenlegung der Ortschaften Meinsen und Warber zu Meinsen-Warber mit einem gemeinsamen Ortsrat. Mit der Kommunalwahl haben sich auch im Rat gravierende Veränderungen ergeben. 15 Neue sind hinzugekommen, der Rat hat sich damit deutlich verjüngt. Wie sehen sie die künftige Zusammenarbeit mit dem neuen Rat? In der konstituierenden Sitzung Anfang November haben alle Politiker erklärt, zum Wohle Bückeburgs konstruktiv zusammenarbeiten zu wollen. Das ist auch dringend erforderlich, denn die geringe Wahlbeteiligung ist Ausdruck von Politikverdrossenheit, die sicherlich auch aus den Streitereien des vorherigen Rates entstanden ist. Wir als Politiker müssen uns auf die Fahnenschreiben, alles zu tun, damit bei der nächsten Wahl wieder mehr Bückeburger vor die Wahlurnen treten. Was soll 2007 in Angriff genommen werden? An erster Stelle ist hier die Entwicklung von Falkingsviertel zu nennen. Ruhig und zentrumsnah wohnen - diesen Wunsch vieler können wir erfüllen, denn baurechtlich wurden 2006 alle Voraussetzungen geschaffen. Die Erschließungsarbeiten sind abgeschlossen, es kann ab sofort gebaut werden. Reicht das Angebot an Baufläche im Stadtgebiet aus? Derzeit ja. Wir haben 2006 weitere kleinere Baugebiete in den Ortsteilen ausgewiesen. Auch "Auf der Höhe" in Petzen soll noch um einige Plätze erweitert werden. Und Gewerbegebiete? Hier sind derzeit keine zusätzlichen neuen Ausweisungen geplant. Der Endausbau der Kreuzbreite II, wo noch einige freie Gewerbeflächen zur Verfügung stehen, ist Ende des Jahres fertig geworden. Damit ist eines der wichtigen Gewerbegebiete der Stadt ansprechend erschlossen. Aber auch der Hafen in Berenbusch wird im gerade beginnenden Jahr als Gewerbegebiet noch mehr an Bedeutung gewinnen - ein weiteres Argument für neue Gewerbeansiedlungen in Bückeburg. Thema Verkehr: Die Bückeburger hatten hier 2006 einiges zu erdulden. Ja, besonders in der zweiten Jahreshälfte mussten sie zahlreiche Behinderungen durch Baustellenampeln und Straßensperrungen hinnehmen. Die Sanierung der Gasrohre und der Kanalisation hatte Vorrang, auch für die Sicherheit unserer Bürger. Größtenteils sind die Sanierungen auf den Hauptverkehrsstraßen aber abgeschlossen. Auch ein weiterer Kreiselbau führte zu Behinderungen ... Ja, der Kreisverkehr Hinüberstraße-Scheier Straße. Er hat sich aber bereits jetzt als idealer Verteiler für den aus Richtung Stadthagen kommenden Verkehr etabliert: Staus vor Ampeln gibt es nicht mehr. Nur über die Ausgestaltung der Innenfläche müssen wir noch diskutieren. Weil kein Geld zur Verfügung steht? Nein, es geht vorrangig um inhaltliche Fragen. Die Finanzierung selbst stellt nicht das Hauptproblem dar, zumal bereits einige Sponsoren ihre Bereitschaft erklärt haben, sich an den Gestaltungskosten zu beteiligen. Ein weiteres gutes Beispiel für privates Engagement - aus Sicht des Umwelt- und Hochwasserschutzes - sind verschiedene Renaturierungsmaßnahmen in der Bückeburger Niederung, die 2006 in Angriff genommen werden konnten: Förderverein und Stiftungen haben einen erheblichen Teil der benötigten Gelder gesammelt oder zur Verfügung gestellt. Wie steht es denn mit dem lieben Geld? Finanziell gesehen war 2006 ein schwieriges Jahr. Erhebliche Einnahmeausfälle in der Gewerbesteuer belasteten den städtischen Haushalt. Jetzt sind Politik und Verwaltung gefordert, das Minus auszugleichen und für 2007 einen ausgeglichenen Haushaltsplan aufzustellen - was uns gelingen wird. Wir müssen mit weiterhin günstigen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Bückeburg für seine Einwohner und seine Betriebe ein attraktiver Standort bleibt und weiter wachsen kann. Wo sehen Sie Einsparmöglichkeiten? Im sorgfältigen Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen in allen Bereichen. Mit Jahresbeginn wird mit dem Baubetriebshof als optimiertem Regiebetrieb der erste Schritt zur Doppik erfolgen, dem am 1. Januar 2008 die gesamte Verwaltung folgt. Damit werden die Weichen für eine optimierte Kosten- und Leistungsrechnung gestellt, um die Verwaltung und ihre Einrichtungen künftig noch wirtschaftlicher führen zu können. Entwicklung und Wachstum auch dadurch, dass Bückeburg weiter auf weiche Standortfaktoren setzt? Ja, und hier hat Bückeburg im vergangenen Jahr wieder einiges getan. Ich nenne nur "Lange Nacht der Kultur", "Tag der Heeresflieger", "Bückeburg kocht über", Bückeburg on Ice", "Landpartie", "Weihnachtszauber" oder aber die weiteren Kulturschaffenden, die mit ihrem Angebot dafür sorgen, dass Bückeburg auch überregional in aller Munde ist. Ich appelliere an alle: Machen Sie weiter so, im Sinne der Stadt. Und Negatives? Da ist leider an erster Stelle die Insolvenz von Bückeburgs Traditionsverein VTB zu nennen. Zum Glück sind die anderen Vereine der Stadt in der Lage, die heimatlos gewordenen Mitglieder aufzufangen und neue Sparten zu gründen. Das Sportangebot wird auf jeden Fall nicht leiden. Ein Beleg dafür, dass die Ehrenamtlichkeit in Bückeburg funktioniert? Ja sicherlich. Es zeigt, dass ehrenamtliches Engagement genau so wichtig ist wie Sach- oder Geldspenden. Ich möchte daher allen Ehrenamtlichen für die geleistete Arbeit im zurückliegenden Jahr ausdrücklich danken und sie ermutigen, auch 2007 in dieser Weise weiterzumachen.

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