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Kreishandwerksmeister Steinmann und AdU-Geschäftsführer Mefus hoffen auf schnelle Umsetzung

Konjunkturspritze soll Arbeitsplätze sichern

Hameln-Pyrmont (HW). Erwartungsvoll blicken Karl-Wilhelm Steinmann und Dieter Mefus auf die Millionen, die aus dem von der Bundesregierung geschnürten Konjunkturpaket II in den Landkreis Hameln-Pyrmont fließen sollen. Der Kreishandwerksmeister und der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im mittleren Weserbergland erhoffen sich von den inklusive der Gegenfinanzierungen durch die Kommunen zur Verfügung stehenden Summe in Höhe von rund zwölf Millionen Euro eine Belebung der heimischen Betriebe und vor allem eine Sicherung der Arbeitsplätze.

veröffentlicht am 06.02.2009 um 20:24 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Konjunktur

„Es gibt viele Dinge, die an Schulen, in Kindergärten und im Straßenbau gemacht werden sollen und auf das Handwerk abzielen. Und das Handwerk kauft auch ein. Türen, Fenster, Armaturen – das ist auch eine Unterstützung für die Industrie“, sagt Karl-Wilhelm Steinmann, der jedoch auch vor zu großen Erwartungen warnt: „Die 1600 Handwerksbetriebe im Landkreis Hameln-Pyrmont beschäftigen 10 000 Menschen und machen einen Jahresumsatz von 660 Millionen Euro. Von daher ist die Konjunkturspritze für die Jahre 2009 bis 2011 zwar eine Hilfe, aber nicht so, dass wir damit nicht fertig werden. Die kommenden Aufträge kriegen wir bequem abgewickelt.“ Deshalb rechnet der Kreishandwerksmeister auch nur bedingt mit Neueinstellungen, dafür jedoch mit einem Erhalt der vorhanden Arbeitsplätze. Gesetzesänderungen beim Schlechtwet- ter- und dem Kurzarbeitergeld im Baugewerbe seien dem Handwerk entgegengekommen. „Von daher sind wir komfortabel durch den Winter gekommen, und die weltweite Finanzkrise hat auch noch keine nennenswerten Entlassungen mit sich gebracht“, berichtet Steinmann und fügt hinzu: „Wir haben am Boom nicht partizipiert und erleben deshalb jetzt auch keine harte Bauchlandung.“

Allerdings hofft der Kreishandwerksmeister, dass die Kommunen zügig entscheiden und die Gewerke beschränkt ausgeschrieben werden. An eine EU-weite Ausschreibung mag er nicht glauben, „weil das Gesamtpaket dann doch zu klein ist“. Außerdem zöge jeder Euro, der ins Baugewerbe investiert werde, drei Euros nach sich. „Und davon profitieren dann Architekten, Ingenieure und Hersteller“, begründet Steinmann, der nur dann eine wirksame Konjunkturspritze sieht, wenn die Steuermillionen auch in der Region bleiben. „Hauptsache ist aber, dass die Politik nun schnell in die Strümpfe kommt und Maßnahmen parat hat“, fordert er.

Kurzarbeit Instrument

gegen die Finanzkrise?

Diese Hoffnungen knüpft auch Dieter Mefus an die in den Landkreis Hameln-Pyrmont fließenden Steuermillionen. „Die Vorhaben sollten zügig umgesetzt werden, denn ich erwarte mir von dem Konjunkturpaket, dass Menschen in Arbeit bleiben“, erklärt der AdU-Geschäftsführer. Auch von der neuen Gesetzesregelung beim Kurzarbeitergeld verspricht sich der Jurist viel: „Der AdU bietet zu diesem Thema am 10. Februar zusammen mit der Agentur für Arbeit eine Informationsveranstaltung an und die Resonanz ist gewaltig. Kurzarbeit als Instrument gegen die Krise nutzen – mit diesem Gedanken wird offensichtlich vielerorts gespielt“, vermutet Dieter Mefus.

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