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Umweltminister untersagt unterirdische Lagerung / Widerstand kündigt sich an: "Gewaltiges Unding"

Konflikt um Zwischenlagerung auf AWS-Gelände

Landkreis (jpw). Über die Frage oberirdischer oder unterirdischer Zwischenlagerung von rund 30 000 Tonnen Ersatzbrennstoffen auf 3,4 Hektar Gelände des Entsorgungszentrums Schaumburg in Sachsenhagen ist ein Konflikt entbrannt.

veröffentlicht am 05.10.2006 um 00:00 Uhr

Bis Mitte 2008 müssen jährlich 12 000 Tonnen Ersatzbrennstoffballen wegen bundesweit fehlender Verbrennungskapazitäten allein in Sachsenhagen zwischengelagert werden. Das hat AWS-Geschäftsführer Bernd Insinger während der gestrigen Umweltausschusssitzung des Landkreises deutlich gemacht. Mit Wirkung vom 1. Oktober ist der AWS vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt die Zwischenlagerung des Brennstoffs in einem gegenwärtig nicht genutzten Deponiefeld untersagt worden. Die unterirdische Lagerung war eine der ersten Konsequenzen aus dem Brand des Materials im Dezember vorigen Jahres. Umweltminister Hans-Heinrich Sander hat nun die Zwischenlagerung in der Erde im Juli in einem Erlass an die Gewerbeaufsichtsämter ausdrücklich verboten und im Gegensatz zu seinen Amtskollegen in acht anderen Bundesländern nur "ballierte oberirdische Lagerung" zugelassen. Ministeriums-Sprecher Magnus Buhlert begründete die Haltung Sanders mit der "mangelnden weiteren Verwertbarkeit und der möglichen Vermengung mit Erde." Da seien sich die Fachleute einig. Insinger machte das Bemühen der AWS deutlich, bis zu 5000 Tonnen in einer Verwertungsanlage unterbringen zu können. Für die restlichen 7000 Tonnen erwägt die AWS die kostenträchtige Möglichkeit einer Beseitigung in einer Müllverbrennungsanlage. Umweltausschussmitglied Herwig Henke (SPD), der als Bürgermeister der Stadt Sachsenhagen auch im Aufsichtsrat der AWS sitzt, kündigte Widerstand gegen die Pläne der AWS an. Es sei ein "gewaltiges Unding", so urteilte Henke. Unverständlich sei auch, dass der Umweltminister das Verfahren in Sachsenhagen zunächst lobe und es nachher verbiete. Henkezweifelte die Dichtigkeit der oberirdisch gelagerten Ballen an und machte erhebliche Sicherheitsbedenken geltend. Der Rat der Stadt wird sich nach seinen Worten in einer Sondersitzung am Montag, 16. Oktober, mit diesem Thema befassen.

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