weather-image
15°
Gut 500 Unterschriften für den Erhalt der Eichen gesammelt / Feuerwehr fühlt sich als Sündenbock

Konflikt hat sich „hochgeschaukelt“

Lauenhagen. Zuerst ist die Wut hochgekocht, mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas entspannt: Die mögliche Fällung der beiden Eichen auf dem künftigen Gelände der „Feuerwache Ost“ sorgt für Spannungen zwischen Feuerwehr und Dorfbewohnern.

veröffentlicht am 01.04.2014 um 14:17 Uhr
aktualisiert am 02.04.2014 um 21:56 Uhr

270_008_7056233_NW_Baumaerger_2_rg.jpg

Autor:

Kirsten Elschner

Seit Steffen Lahmann Unterschriften für den Erhalt der Bäume sammelt (wir berichteten), hat die Feuerwehr mit Beschimpfungen zu kämpfen. Manch einer werde sogar als „Eichenmörder“ beleidigt, berichtet Gemeindebrandmeister Dieter Kappmeier empört. Dabei sei der Konflikt gar nicht die Baustelle der Feuerwehr. „Schließlich ist die Samtgemeinde Bauherr.“

Lahmann stellt im Gespräch mit den SN klar: „Ich bin nicht gegen die Feuerwehr“, sein Anliegen gelte allein der Rettung der Eichen, er wolle keinen Streit anzetteln. Gut 500 Unterschriften hat er bereits zusammen. Für ihn ein klares Zeichen: „Die Masse ist für die Bäume“. Die Unterschriften will er demnächst der Samtgemeinde übergeben, ein Bürgerbegehren hat er allerdings nicht im Sinn. Der Student kann nicht verstehen, warum die alten Eichen, die das Ortsbild prägten, nicht in das Bauvorhaben integriert werden können. Die Mehrkosten, die ein Erhalt der Bäume bedeuten würde, hält er für „absolut vertretbar“.

Dieter Kappmeier ist sich dagegen nicht sicher, ob die beiden Eichen es wirklich wert sind – eine Berechnung habe nämlich ergeben, dass die Integration der Bäume Mehrkosten von bis zu 50 000 Euro bedeuten würden. Ob die Streuerzahler diese Kosten mittragen möchten, hält er für fraglich. Vielleicht wäre es da besser, das Geld in eine neue Bepflanzung zu stecken, meint er.

Unabhängig davon ärgert es ihn, dass die Feuerwehr in dieser Sache zum Sündenbock gemacht werde. Zugegeben, anfangs habe sich der Ärger darüber hochgeschaukelt, sagt Kappmeier. Es gab sogar Gerüchte darüber, dass die Feuerwehr als Reaktion das Osterfeuer in Lauenhagen ohne die Öffentlichkeit feiern wolle. Kappmeier gibt allerdings Entwarnung: Solche Sprüche seien zwar gefallen, „aber die Gemüter haben sich mittlerweile wieder beruhigt“.

Das bestätigt auch Lauenhagens Ortsbrandmeister Stephan Kliver, der sich nicht im Detail zu dem Zwist äußern wollte. Er hoffe einfach, dass sich die ganze Sache bald wieder einrenke. Seiner Meinung nach hätten einige Bürger ihre Unterschrift abgegeben, ohne eigentlich zu wissen, worum es überhaupt geht.

Sebastian Kühn von der Samtgemeindeverwaltung gab an, man werde auf die Unterschriftensammlung reagieren. In Kürze solle es eine zusätzliche Feuerausschusssitzung zum Thema geben. Das naturschutzrechtliche Gutachten des Landkreises, das auch den Aspekt der Eichen einschließt, stehe zudem noch aus. Mehr Angaben wollte er zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare