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Landkreis verschiebt Einziehung um vier Jahre / Ortsrat Möllenbeck fordert erneut Verkehrsberuhigung

Kompromiss: K 80 bleibt bis Ende 2011 offen

Krankenhagen/Möllenbeck (who). Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder hat die Ortsräte von Krankenhagen und Möllenbeck bei ihren Sitzungen jetzt mit ein- und derselben Nachricht überrascht: Der Landkreis will die Kreisstraße 80 zwischen Krankenhagen und Möllenbeck erst zum Jahresende 2011 für den Verkehr sperren - und nicht, wie bisher geplant, schon zum 31. Dezember dieses Jahres. Kreisdezernentin Ursula Müller-Krahtz begründet den neuen Zeitplan mit einer "Kompromisslösung" zwischen Möllenbecker und Krankenhäger Interessen.

veröffentlicht am 24.10.2007 um 00:00 Uhr

Wie hoch ist die Belastung durch Motorradfahrer auf der K 80? Di

Schröder betonte in beiden Ortsräten zunächst: "Der Kreis hält an der Einziehung und Sperrung fest" - jedoch werde diese für die Erweiterung des Kiesabbaus notwendige Maßnahme entgegen der bisherigen Marschrichtung um vier Jahre verschoben. Mit der offiziellen Bekanntmachung sei in Kürze zu rechnen, und danach bestehe die Möglichkeit für Ortsräte und Anwohner zur Bekundung von Einwänden. "Zwischenzeitlich gewonnen sachliche und rechtliche Gesichtspunkte" hätten zu dieser Kompromisslösung geführt, mit der sowohl Möllenbecker als auch Krankenhäger hoffentlich leben könnten, begründet Ursula Müller-Krahtz für die Kreisverwaltung den neuen Zeitplan. Dieser gründe sich nicht mehr ausschließlich auf den Kiesabbau, sondern auch auf landschaftliche und forstliche Belange. Bei der Erarbeitung der Kompromisslösung sei eine Reihe von Fragen berücksichtigt worden wie der Erhalt eines umfangreichen Grüngürtels um das Abbaugebiet, Forderungen der Forstverwaltung und des Naturschutzes sowie die Förderung in einem Gebiet mit der höchst möglichen Mächtigkeit der Kiesschichten, das nahe der K 80 lokalisiert sei. Krankenhagens Ortsrat ist entschlossen, sich weiter für die Offenhaltung der K 80 einzusetzen. Die Empfehlung von Ortsbürgermeister Gerhard Werner war offenbar der Grund dafür, dass es während der Ortsratssitzung keine weitere Diskussion zum Thema gab: "Wir wollen zunächst die Veröffentlichung abwarten." Die Nachricht von der Verschiebung der endgültigen Schließung der Straße stieß am Montagabend im Möllenbecker Ortsrat auf weniger Beifall als im Nachbardorf. Vor allem die Lärmbelastung und Verkehrsgefährdung durch die vielen Motorradfahrer bereite den Möllenbeckern Sorge, betonte Ortsbürgermeister Reinhold Kölling. "Wir wollen nicht noch vier weitere Jahre warten", strebt er bis dahin zumindest eine Verkehrsberuhigung im Zuge der Ortsdurchfahrt der K 80 durch Möllenbeck an. Schröder hatte zuvor angekündigt, in der nächsten Saison seien erneute Verkehrsmessungen auf der K 80 vorgesehen, um weitere Daten über die Belastung durch Motorradfahrer zu bekommen, von denen zu Spitzenzeiten an einem Sonnabend 80 pro Stunde ermittelt worden seien. Darüber hinaus sei beabsichtigt, die Straße zwischenzeitlich "zu Ermittlungszwecken" voll zu sperren, um die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss zu eruieren.

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