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Neue Geschäftsidee: Steinberger Pfandhaus arbeitet im Internet und das deutschlandweit

Komplette Diskothek als Pfand hinterlegt

Steinbergen (who). Was tun, wenn man Geld braucht, aber die Hausbank zögert, grünes Licht für den Kleinkredit zu geben? Das Pfandhaus, das Bargeld für Wertgegenstände ausleiht, ist eine Möglichkeit, aber diese klassische Einrichtung ist in der Regel nur in größeren Städten zu finden. Mit "Pfandy" in Steinbergen gibt es jetzt sozusagen in der tiefsten Provinzein Pfandhaus, das sogar deutschlandweit arbeitet.

veröffentlicht am 24.05.2008 um 00:00 Uhr

Oleg Strecker (M.) und sein Team entwickeln Internetportale. Neu

Das besondere Konzept ist es, das Pfandy einzigartig sein lässt, erklärt Oleg Strecker. Der 24-jährige Auetaler als Erfinder des Systems entwickelt mit seiner zehnköpfigen Crew am Firmensitz Hamelner Straße 33 Internetplattformen, auf denen sich Anbieter und Kunden treffen und Geschäfte vereinbaren können. Strecker, der eine kaufmännische Ausbildung und Erfahrungen im Immobilienbereich sowie im Import- und Exportgeschäft mitbringt, hat die Kontaktbörse im World Wide Web und das gegenständlich existierende Pfandhaus miteinander verbunden. Bis zu 10 Mitarbeiter gehören zu seiner Firma mit Pfandy als jüngstem Geschäftszweig. Das Ganze sei einfach aufgebaut: "Auf der einen Seite gibt es Leute, die Geld brauchen und auf der anderen Seite Geldgeber, die mit Gewinn verleihen möchten. Pfandy bringt beide zusammen." Und so geht es: "Der Pfandgeber meldet sich an bei www.pfandy.de, bekommt seine Zugangsdaten übermittelt und wird im Anschluss an das Geschäft bewertet. Dazu muss sich der Pfandgeber bei seiner ersten Anmeldung per Post-Identverfahren ausweisen. Anschließend kann er seinen Gegenstand mit beliebig vielen Fotos im System präsentieren und seinen Wunschpreis nennen sowie seine Vorstellungen über Zinshöhe, Ausleihdauer und Rückgabe von Geld und Wertgegenstand. Auch die Art der Pfandübergabe wird vorgeschlagen und in welchem Umkreis der Geldgeber gesucht werden soll, um lange Wege von vornherein auszuschließen. "Ob der Pfandanbieter seine Vorstellung dann tatsächlich verwirklichen kann, ist Abmachungssache zwischen ihm und dem potenziellen Geldgeber", so Strecker. Beide Seiten müssen sich dann auf die Modalitäten einigen. Wie bei einem herkömmlichen Pfandhaus bleibt der Pfandnehmer fast die ganze Zeit anonym und erst bei Einigung über die Bedingungen des Geschäfts gibt er seine Daten dem Geldgeber gegenüber preis. Beide Seiten bekommen anschließend von Pfandy ihrenPfandvertrag mit allen Konditionsdetails zugeschickt. "Das bietet Sicherheit für beide Seiten, wobei die Kopien grundsätzlich per E-Mail verschickt werden, damit es für den Kunden so schnell wie möglich geht und mit geringem Verwaltungsaufwand für uns", erklärt Oleg Strecker. Weitere Sicherheit sei gegeben durch die Speicherung der Daten auf einem besonders geschützten separaten Server sowie durch die persönlichen Unterschriften bei Übergabe und Rückgabe von Geld und Pfandgegenstand. Das Internetpfandhaus in Steinbergen unterscheidet sich vom herkömmlichen Pfandhaus auch darin, dass es keine Wertgegenstände entgegennimmt, betont Strecker: "Anfangs haben uns die Leute noch ihre Sachen in die Firmenräume bringen wollen." Das Pfandhaus im Internet bietet dazu noch mehr Möglichkeiten als der klassische Pfandleiher, der vorzugsweise Edelmetall-Schmuck und andere Wertgegenstände annimmt. Denn bei Pfandy können Pfandgeber unter Umständen sogar höhere Beträge erzielen, allein deshalb, weil der Geldgeber den wahren Marktwert ihrer Sachen kennt, der oft weit höherliegt als der ursprüngliche Neupreis. Zum Beispiel, wenn es um die geerbte Briefmarkensammlung geht oder Antiquitäten. So habe sogar jemand eine komplette Diskothek als Pfand angeboten. Über 1600 Anmeldungen habe Pfandy inzwischen zu verzeichnen, darunter 700 Investoren. Dass er sogar schon über die Expansion seines Geschäfts nachgedacht hat, überrascht nicht: "Wir werden bald nach Österreich und in die USA gehen." Informationen im Internet unter www.pfandy.de .



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