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"Bad Nenndorf ist bunt" will weltoffene Stadt präsentieren, aber Bündnis gegen Rechts vermisst Unterstützung

Kommunaler Aktionsplan ohne Kommunalpolitiker

Bad Nenndorf (tes). "Bad Nenndorf ist bunt": Mit einem vielfältigen Programm wollen Initiativen, Schulen, Kirchen und Bürger zeigen, wie weltoffen ihre Stadt ist. Am 7. Juli lädt das Kulturfest zu einem bunten Treffen in den Kurpark. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus hat dazu nun den "Kommunalen Aktionsplan" diskutiert. Bei Moderator Klaus Strempel saßen Bundestagspolitiker Sebastian Edathy und der AWo-Migrationsbeauftragte Stephan Hartmann. Mit dabei waren auch Polizei, Staatsschutz, Jusos und SPD - aber kein offizieller Vertreter der Stadt.

veröffentlicht am 29.06.2007 um 00:00 Uhr

Bürger machten sich ebenso rar im Vereinsheim wie Ratsleute - nur Christine Cronjäger (SPD) und Rosemarie Börner (WGN) waren erschienen. "In Bad Nenndorf sind wir am Anfang", wünscht sich Stephan Hartmann "auf Seiten der Verwaltung und Politik mehr Mitarbeit". Denn langer Atem ist gefordert: Die Rechtsextremen haben jährliche Demonstrationen bis 2010 angekündigt. Die Schaumburger Szene sei klein, aber sehr gewalttätig. "Eine Phase, wo man noch viel bewirken kann, wenn man den Feinden der Demokratie entgegentritt", lobte Bundestagsabgeordneter Sebastian Edathy, dass die Nenndorfer im letzten Jahr bereits Flagge gezeigt hätten. Gegendemonstration, Kulturfest und Aufmarsch - alles an einem Tag - hatten im letzten Jahr für Irritationen gesorgt. Viele hätten sich damals zurückgezogen, räumt Hartmann ein. Diese Ängste sind beim Kulturfest am 7. Juli ausgeräumt: Nenndorfs Polizeichef Michael Andreas Meier war auch im Namen des Präventionsrates "stolz, eine derartige Projektwoche hinzubekommen". Er nannte es eine wichtige Gelegenheit, "parteiübergreifend für eine offene Gesellschaft zu werben". Es sei in Bad Nenndorf bisher kaum gelungen, Kontakt zu Migranten aufzubauen. Der einzige Dialog bestehe mit der jüdischen Gemeinde. Das Kulturfest sei eine Chance dafür. "Demokratie muss erlernt und kann nicht vererbt werden", begründeten laut Edathy die zunehmende Professionalisierung und Verjüngung des Rechtsextremismus dringenden Handlungsbedarf. "Bad Nenndorf muss sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Geschichte des Wincklerbades in der breiten Masse zum Thema machen", ergänzte Hartmann. "Ich vermisse Nenndorfer Lokalpolitiker in unserem Bündnis", kritisierte Dietmar Buchholz, dass es 2006 "die alten Mitglieder der jüdischen Gemeinde gewesen sind, die für die Stadt die Fahne der Demokratie hochgehalten haben". Zum Glück zeige Nenndorfs Jugend mehr Zivilcourage, verwies Buchholz auf die kürzlich verhinderte Abschiebung. Der Hohnhorster Udo Husmann nahm seine Bad Nenndorfer Ratskollegen in Schutz: "Politiker sind schon dabei." Die CDU-Fahrt nach Bergen Belsen sei begrüßenswert. Der Vorsitzende der Samtgemeinde-SPD räumte jedoch ein: "Auch in den Parteien ist langer Atem nötig."



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