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Eilser Kaufmann widerspricht Schließungs-Gerüchten / "Der Edeka Aktiv-Markt ist hoch profitabel"

"Kommt der Neukauf nicht, bleibt Dörfel am Ort"

Bad Eilsen (tw). "Sie machen ja leider am 1. Juli für immer zu": Diesen Satz hört Michael Dörfel (45) von Kunden nicht erst seit gestern immer wieder. Doch: "Das ist Quatsch", sagt der Inhaber des gleichnamigen Edeka Aktiv-Marktes an der Bahnhofstraße. Weil aber solche Gerüchte im Zuge der Pläne für den Bau eines Neukaufs mehr und mehr ins Kraut schießen, bezieht Dörfel jetzt gegenüber der Landes-Zeitung Stellung.

veröffentlicht am 04.05.2007 um 00:00 Uhr

Kauft gerne bei Dörfel: Willi Kütemeier (3.v.l.), hier mit Inhab

"Fakt ist", so der Kaufmann unmissverständlich, "dass wir nur dann schließen, wenn der Neukauf auf dem Gelände der früheren Schaumburg-Klinik tatsächlich gebaut wird." Für diesen Fall hat sich Dörfel bereits zum 1. April ein (zweites) Standbein in Eimbeckhausen aufgebaut. Dort führt er parallel zu seinem Engagement in Bad Eilseneinen Edeka Aktiv-Markt mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche - 300 mehr als im Kurort. Wird der Neukauf dagegen nicht gebaut, "dann", sagt der Bahnhofstraßen-Kaufmann, "ist sichergestellt, dass Dörfel am Ort bleibt". Befürchtungen, Bad Eilsen könne im Zuge des Netto-Neubaus in Heeßen völlig ohne einen Lebensmittelmarkt dastehen, möchte der Kaufmann zerstreuen. Eben jenes Szenario war unlängst von der SPD für den Fall beschworen worden, dassder Neukauf nicht kommt und sowohl Dörfel als auch der Markant-Markt der Konkurrenz des Discounters nicht gewachsen sind. Indes: "Netto", sagt Dörfel, "ist zumindest für uns kein Problem". Das Geschäft an der Bahnhofstraße profitiere von seiner guten Lage in der Ortsmitte. "Ringsum liegen Steuerakademie, Bückeberg-Klinik, Sparkasse, Schule und Kindergarten", zählt Dörfel- Marktleiterin Nicole Steinke auf. Und ergänzt: "Wir haben viele Stammkunden gerade unter den Bad Eilser Senioren, bieten zudem einen kostenlosen Bringdienst an." Zu Netto in Heeßen würden viele Kunden gar nicht kommen - selbst wenn sie wollten. Folge: "Die Umsatztendenz unseres Marktes ist positiv; er ist hoch profitabel", betont Dörfel. Und ergänzt: "Wir haben pro Tag 800 bis 900 Kunden." Konkret habe er im Jahr 2006 ein gutes Plus erwirtschaftet, im ersten Quartal 2007 auch. Das Manko, dass der Markt keine Frischfleischabteilung mehr habe, belaste ihn weit weniger als vielfach vermutet. So biete er jetzt wie auch vorher Fleisch von Bauerngut an, mit dem Unterschied, dass besagtes Fleisch vorverpackt werde. Lediglich Extrawünsche von Kunden könnten durch die Umstellung nun nicht mehr erfüllt werden. Oder - noch nicht wieder. Denn auch das könnte sich eines Tages ändern. "Wird der Neukauf nämlich nicht gebaut", sagt Dörfel, "werde ich den Markt modernisieren." Dann würden Investitionen getätigt, die angesichts der vom Neukauf-Projekt abhängigen und damit derzeit noch unsicheren Zukunft bislang unterblieben seien. "Ich denke da an den Eingangsbereich, die Obst- und Gemüseabteilung, aber auch an einen neuen Frischfleischbereich", sagt der Kaufmann. Ob es dazu kommt, das bleibt - wie gesagt - abzuwarten. Aber Totgesagte, ist der Kaufmannüberzeugt, leben bekanntlich lange ... Fakten: Inhaber Michael Dörfel, in Bad Oeynhausen geboren, hatte den Edeka Aktiv-Markt (früher Coop) zum 1. Januar 2001 als selbstständiger Kaufmann übernommen. Der Lebensmittelladen ernährt neun Angestellte, darunter zwei Aushilfen und eine Auszubildende. Falls es zum Bau des Neukaufs kommt, werden sie laut Dörfel dort alle weiter beschäftigt. Verpächter der Immobilie ist die Coop Minden.



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