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"Offene Eingangsstufe": Immanuel-Schule macht seit fünf Monaten gute Erfahrungen

"Komm, ich zeig's dir ..." - Gelernt wird miteinander, nicht nebeneinander

Bückeburg. Die "Offene Eingangsstufe" ist an der Immanuel-Schule mit Beginn des Schuljahres 2007/08 im vergangenen Sommer eingeführt worden. Die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv.

veröffentlicht am 03.01.2008 um 00:00 Uhr

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Das Besondere an der offenen Eingangsstufe ist, dass die Schulkinder der Klassenstufen eins und zwei zusammen unterrichtet werden. Grundsätzlich gibt es zwar zwei verschiedene Leistungsgruppen, innerhalb des Klassenverbandes ist es aber nicht ungewöhnlich, wenn zum Beispiel die Schulanfängerin Freda im Deutschunterricht Unterrichtsinhalte der Klasse 2 bearbeitet, weil sie schon lesen konnte, als sie in die Schule kam. Im Fach Mathematik jedoch lernt sie Stoff des ersten Schuljahres. Fritz aus dem zweiten Schuljahr dagegen ist froh, wenn er wesentliche Teile des Leselernprozesses "nebenbei" zusammen mit Schulanfängern "nachlernen" kann. So hat jeder Schüler die Chance auf eine individuelle Schullaufbahn, die seinem Könnenund seiner Begabung entspricht. Am Ende des Schuljahres kann es sein, dass Freda gleich ins 3. Schuljahr wechselt, während Fritz für den Lernprozess ein weiteres Jahr geschenkt bekommt. Erste Erfahrungen mit dem gemeinsamen Lernen sindäußerst positiv. Natürlich gab es zunächst die üblichen Anlaufschwierigkeiten, aber mehr und mehr setzten sich die Vorteile dieser Unterrichtsform durch. Vor allem spürbar war bei den Schülern ein Zunehmen ihrer "sozialen Kompetenz". Fragen wie "Kann ich dir helfen?" oder Sätze wie "Komm, ich zeig's dir ..." gehören heute wie selbstverständlich zum Unterrichtsalltag. Die Erstklässler lernen ganz nebenbei von den Schulkindern der Klasse 2 durch Abschauen, wie man lernt, wie man sich verhält oder wie man sich neue Wissensbereiche selbst erarbeiten kann. Die "Großen" erkennen ihre Verantwortung: Sie zeigen, erklären und machen den "Kleinen" Mut bei Schwierigkeiten. Neue Freundschaften entstehen. Nach dem bislang fünf Monate währenden "Test" steht für die Verantwortlichen an der Immanuel-Schule fest: Niemand möchte die "Offene Eingangsstufe" missen. Wegen der doppelten Unterrichtsvorbereitung haben die Lehrer zwar mehr Arbeit, was jedoch durch das sich jetzt zeigende Ergebnis aufgewogen wird. Kommt hinzu: Wegen der Klassengröße von höchstens 22 Kindern - zurzeit sind es je nach Klasse sogar nur 14 bis 21 Kinder - ist eine individuelle Förderung und innere Differenzierung des Unterrichts an der Immanuel-Schule möglich. In allen Jahrgängen wird individuell auf das einzelne Kind eingegangen - Fördern und Fordern stehen im Mittelpunkt. Das lässt sich auch daran erkennen, dass in den letzten Jahren immer wieder Kinder Klassen übersprungen haben. Kontakt: Informationen werden unverbindlich unter (0 57 22) 90 16 35 erteilt.

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