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Komiker gegen «Schokozar» und «Gasprinzessin»

Kiew (dpa) - Ein Komiker fordert in der Ukraine bei der Präsidentenwahl Amtsinhaber Petro Poroschenko heraus. In dem Krisenland, das in die EU strebt, ist die Auswahl mit 39 Kandidaten diesmal so groß wie nie.

veröffentlicht am 31.03.2019 um 10:59 Uhr
aktualisiert am 04.04.2019 um 08:51 Uhr

Wladimir Selenski ist Hoffnungsträger vieler junger Ukrainer. Foto: Efrem Lukatsky/AP

Sollten die 30 Millionen Wahlberechtigten keinem die absolute Mehrheit verschaffen, kommt es am Ostersonntag (21. April) zu einer Stichwahl. Wer sind die aus dem Bewerberfeld herausragenden Protagonisten?

PETRO POROSCHENKO:

Der 53 Jahre alte Amtsinhaber wird nicht wegen seiner Körperfülle scherzhaft auch «Schokozar» genannt. Der Oligarch hat es vielmehr mit einem Süßwarenimperium zu einem Vermögen gebracht. Anders als zum Amtsantritt versprochen, hat er aber weder seine Geschäfte aufgegeben noch den Krieg in der Ostukraine beendet. Erreicht hat er zwar visafreies Reisen in die EU. Aber vielen Menschen in dem verarmten Land fehlt dafür das Geld. Poroschenkos Ziel ist ein EU- und Nato-Beitritt und eine totale Abkehr von Russland. Dem Vater von vier Kindern droht eine Niederlage.

WLADIMIR SELENSKI:

Der 41 Jahre alte Schauspieler, der in der Comedy-Serie «Sluha narodu» - auf Deutsch: «Diener des Volkes» - schon den Präsidenten gespielt hat, ist Hoffnungsträger vieler junger Ukrainer. Der politische Quereinsteiger mit der rauchig-warmen und durchdringenden Stimme gibt sich jungenhaft und sportlich. Der Jurist, Vater von zwei Kindern, könnte bald neuer Präsident der Ukraine sein. Ohne Änderung des Westkurses ist er zu Kompromissen mit Russland bereit. Kritiker halten Selenski für eine Marionette des Oligarchen Igor Kolomoiski, in dessen Fernsehsender 1+1 seine Show läuft.

JULIA TIMOSCHENKO:

Die 58-jährige Veteranin der ukrainischen Politik war schon zweimal Regierungschefin. In ihrer Heimatstadt Dnepropetrowsk (heute Dnipro) stieg sie über Beziehungen in den russisch-ukrainischen Gashandel ein und bekam den Spitznamen «Gasprinzessin». Bekannt wurde sie 2004 international - damals noch mit geflochtenem Haarkranz - als Gesicht der prowestlichen Orangenen Revolution. Timoschenko, die eine Tochter hat und schon zweimal im Gefängnis saß, gilt als zähe Kämpferin in der von Männern geprägten Politik der Ukraine. Seit Herbst 2014 steht sie der mit 20 Abgeordneten kleinsten Parlamentsfraktion ihrer Vaterlandspartei vor. Sie hofft auf ein Comeback.



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