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Sprengung: Ehemaliger Koksbunker am Georgschacht muss für Biogasanlage Platz machen

Koloss wird binnen zehn Sekunden zu Schutt

Stadthagen (jl). Gestern Abend Punkt 18.30 Uhr: Nach einem kurzen dumpfen Knall hat sich ein rund 40 Meter hoher Turm "hingelegt" und ist dabei in viele Brocken zerbröselt. Die Szene hat sich am Georgschacht abgespielt. Dort ist ein ehemaliger Koksbunker gesprengt worden. Er macht einer modernen Energieerzeugung Platz - einer Biogasanlage.

veröffentlicht am 22.08.2006 um 00:00 Uhr

Nach dem großen Knall liegen rund 4000 Tonnen Bauschutt auf der

Der große graue Klotz hatte die Eingangsszenerie Stadthagens seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geprägt. Er war eines der neueren Gebäude im Ensemble Georgschacht und ist gebaut worden, als dort die Koksproduktion anlief. Seine Konstruktion bestand aus mindestens acht Betonpfeilern mit einem Querschnitt von etwa 1,5 Quadratmetern, deren Zwischenräume mit Steinen ausgemauert waren. Für Sprengmeister Uwe Holtmeier und Team aus Horn-Bad Meinberg war diese Riesenmasse eine Herausforderung. An drei Tag haben die Experten 126 Bohrlöcher in den Turm getrieben. In diesen steckten gestern 38 Kilogramm Sprengstoff, die Holtmeier unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen zündete. Bereits Stunden vor dem dumpfen Knall durfte niemand mehr auf das Gelände, nicht einmal Bauherr Wilhelm Gottschalk, der Geschäftsführer des Landbundes Niedernwöhren. Alle Zufahrten waren von Polizeibeamten abgesichert. Die 38 Kilogramm Sprengstoff und die 4000 Tonnen Bauschutt sollten schließlich niemanden verletzen. Haben sie laut Holtmeier auch nicht. Nur eine Scheibe eines Nachbargebäudes hatte es außerplanmäßig erwischt. Beim eigentlichen Turmfall hatte kein Hobby- und kein Profifotograf eine echte Chance auf ein spektakuläres Bild. Der Koloss hat sich wie von Geisterhand von der Stadthäger Silhouette verabschiedet. Jetzt wird der Rest geschreddert und zur Geländebefestigung benutzt. Einmal muss Holtmeier noch ran: Ein kleines Nebengebäude braucht noch eine stärkere "Dröhnung".

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