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Großes Jubiläumskonzert mit Gästen aus Bulgarien

Kolleg hat Konzertlandschaft Rintelns besonders geprägt

Rinteln (cok). "Nach Rinteln zu fahren, bedeutet seit 20 Jahren zu Freunden fahren", das sagte mit spürbarer Bewegung die bulgarische Musikprofessorin Maria Gelleva, die zusammen mit dem Streichquartett Plovdiv und dem Blockflötenensemble des Rintelner Kolleg Musikerziehung in der reformierten Jacobikirche konzertierte.

veröffentlicht am 02.10.2006 um 00:00 Uhr

Deutsch-bulgarische Harmonie - nicht nur musikalisch: Heidrun Wi

Das Konzert galt nicht nur dem 30. Geburtstag des Rintelner Kolleg Musikerziehung (RKM), das unter ihrem Gründer Werner Herrmann zu einer bedeutsamen musikalischen Lehrinstitution heranwuchs und weiterhin auch unter der Leitung seiner Tochter Heidrun Wisser die Konzertlandschaft Rintelns aufs Angenehmste prägt. Es gab noch ein zweites Jubiläum zu feiern, nämlich die genau vor zwei Jahrzehnten geschlossene Freundschaft mit den Musikgymnasien von Sofia und Plovdiv, aus der sich ein reger musikalischer Austausch entwickelte. So war mit dem "Streichquartett Plovdiv" eine ausgezeichnete Musikformation zu Gast, die leichthin mit sehr unterschiedlichen Stimmungen spielen konnte, so dass der zweite Satz einer kleinen Vivaldi-Sinfonie wirklich herzzerreißend sehnsuchtsvoll klang, während bei Schumanns "Träumerei" so romantische Töne angeschlagen wurden, wie man es nur wünschen konnte und man Mozart, wie immer, wo er geliebt wird, mit dem Divertimento D-Dur alle Gefühle von ausgelassener Fröhlichkeit bis hin zur seltsam wohlen Melancholie ausdrücken ließen. Wenn das Streichquartett mit dem Blockflötenensemble des RKM zusammenspielte, konnte man meinen, beide Musikergruppen, und dazu die ausgesprochen souveräne Maria Gelleva am Cembalo, müssten schon ewig zusammen gearbeitet haben, so harmonisch wirkten ihre Interpretationen der schönen, freimütigen Barockstücke von Johann David Heinichen und Heinrich Ignatz Franz von Biber. Mit der Suite a moll von Georg Philipp Telemann zeigte dann Heidrun Wisser noch einmal als Solistin ihr virtuos einfühlsames Blockflötenspiel. Zwei besondereÜberraschungen hatte das Jubiläumskonzert den zahlreich erschienenen Zuhörern zu bieten: Zum einen hatte die Musiklehrerin Olga Rehm ihr Akkordeon mitgebracht, um die wunderbaren "Ungarischen Tanz Nummer 5" von Johannes Brahms voller Verve fast aufzuspielen. Und dann setzte sie sich zusammen mitihrer Kollegin Olga Rehm aus dem RKM ans Klavier und beide präsentierten die Uraufführung des Klavierstückes "Beim Kasper" des deutschen Komponisten Professor Siegfried Strohbach. Strohbach, bei dieser Premiereübrigens ganz bescheiden unter den Gästen, war Kapellmeister der Niedersächsischen Landesbühne und komponierte neben geistlicher Musik auch ausgesprochen weltlich-amüsante Stücke. Zu den Sponsoren des gelungenen Konzertes unter der Gesamtleitung von Heidrun Wisser gehörten der Kulturring, die Schaumburger Landschaft, Sparkasse Schaumburg und Volksbank in Schaumburg, sowie die Firma Rolec und die Niedersächsische Lottostiftung. Wie schon oft bei entsprechendem Anlass stiftete die Druckerei Boedecker die Plakate.

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