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Mallorca im März – acht Tipps fernab von Touristenrouten für erholsame Tage in der Nebensaison

Kohlen unterm Tisch, Lakritze auf der Haut

Noch bis Ende März liegt Mallorca im Winterschlaf. Viele Hotels und Bars sind geschlossen. Die ideale Zeit, um Neues und Unbekanntes auszukundschaften. Denn schon jetzt kann es auf Mallorca tagsüber recht mild sein. Acht Tipps für gemütliche Tage in der Nebensaison.

veröffentlicht am 05.03.2010 um 23:00 Uhr

Inselurlaub, bevor die Hauptsaison beginnt: Mallorca präsentiert

Autor:

Martin Cyris

Unterirdische Makkaroni

Wenige Urlauber wissen, dass Mallorca auch unterhalb der Grasnarbe eine Attraktion ist. Es gibt prächtige Höhlen. Etwa die versteckt gelegene Tropfsteinhöhle von Campanet. Hingucker im Inneren ist die sogenannte Makkaroni-

Fabrik: Eine Gruppe dünner, meterlanger Stalaktiten von nur vier Millimetern Durchmesser – einzigartig in Europa. In der Cueva del Campanet herrschen ganzjährig 22 bis 23 Grad. Im Sommer eine willkommene Abkühlung, im Winter angenehm warm. Mehr über Coves de Campanet im Internet: www.covesdecampanet.com.

Auf heißen Kohlen

Wenn die Temperaturen abends in den einstelligen Bereich fallen, mögen’s auch die Mallorquiner deftig. Dann trifft man sich in urigen Traditionslokalen. Ein besonderer Tipp sind die Celler (mallorquinisch für Keller) in Inca. Hier wird authentische Inselküche aufgetischt. Ein Schmuckstück ist der Celler Can Amer, in dem meterhohe Weinfässer stehen. Wegen der Küche von Chef Tomeu Torrens sitzen die Gäste fast sprichwortlich auf Kohlen: An besonders frischen Abenden stellen die Kellner nach alter Tradition einen Blecheimer mit glühenden Kohlen unter den Tisch. Mehr über Celler Can Amer im Internet: www.celler-canamer.com

Für Körper und Geist

Wechselduschen? Kneippbecken? Das ist kalter Kaffee. Die Wellnesstempel der Insel feilen an immer neuen Verwöhnprogrammen. Etwa der Spabereich im Read’s Hotel. Hier kommen gepresster Ingwer oder warme Lakritze auf die Haut. Wenn Körper, Geist und Seele wieder rund laufen, winkt eine Belohnung im hauseigenen Gourmetrestaurant. Um die Pfunde abzutrainieren, stellt das Hotel kostenlos High-End-Mountainbikes zur Verfügung. Vespasian im Read’s Hotel: Massagen und Anwendungen ab 95 Euro. Mehr über Carretera Santa Maria-Alaro im Internet: www.readshotel.com.

Klang der Regentropfen

Das malerische Valldemossa am Fuße der Sierra de Tramuntana ist ein Juwel. Kaum zu glauben, dass es hier zwei Berühmtheiten derart missfiel, dass sie geradezu von der Insel flohen: Frederic Chopin und George Sand bewohnten im Winter der Jahre 1838/39 Zellen in der Kartause von Valldemossa – und litten fürchterlich unter dem vielen Regen im winterlichen Mallorca. Immerhin ließ sich George Sand zu ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“ inspirieren, und Chopin stellte seine 24 Preludes fertig. 2010 jährt sich Chopins Geburtstag zum 200. Mal, weshalb es ein Musikfestival gibt. Außerdem sind die Wohnzellen der beiden ganzjährig zu besichtigen. Mehr über die Kartause im Internet: www.valldemossa.de.

Geiers Abflug

Schon mal einem Raubvogel in die Augen geschaut? Beim Mönchsgeier-Schutzprojekt ist das mit einem Fernrohr möglich. Die Stiftung kümmert sich um Schutz und Auswilderung des größten europäischen Vogels, der in den 80er Jahren fast ausgestorben war. Mallorca ist die einzige Insel weltweit, auf der diese Tiere überlebt haben. Rund 120 Mönchsgeier kreisen in der Sierra de Tramuntana. Die Naturschutzorganisation arbeitet an Info-Wanderwegen. Ab März sind außerdem Schaufütterungen geplant. Die Station ist selbst Einheimischen wenig bekannt. Mehr über Fundacion para la Conservacion del Buitre Negro (BVCF) im Internet www.bvcf.org.

Romantik am Kamin

Mallorca ist das ganze Jahr über ein Glutofen. Selbst wenn die Sonne Winterschlaf hält, findet sich immer ein Plätzchen, wo es mollig warm ist. In vielen mallorquinischen Häusern sorgen offene Kaminfeuer für kuschelige Romantik. Einige Fincas, Landgüter oder Cityhotels in Palma sind speziell auf Ruhesuchende in der Nebensaison eingerichtet. Mehr über Agroturismo Sa Torre de Santa Eugenia im Internet: www.sa-torre.com.

Minioasen

Bei einem Spaziergang durch Palmas Altstadt lohnt es sich, nach innen zu schauen: in die Innenhöfe alter Herrenhäuser und Paläste. Die Patios von Palma sind liebevoll gestaltete Minioasen, die von wohlhabenden Familien errichtet wurden. Hinter schmiedeeisernen Gattern und massiven Toren herrscht in den Innenhöfen im Winter ein mildes Mikroklima. Viele Patios sind deshalb regelrechte Botanikparadiese. Die schönsten befindet man in der Oberstadt, etwa in der Can Savella. Rötliche Flaggen an den Häusern weisen auf die Patios hin. Die Agentur Inestur blickt bei ihren Führungen auch in die Innenhöfe Palmas. Carrer de Sant Domingo 11. Im Internet: www.itineraris.org.

Völlig schwerelos

Ausgerechnet ganz in der Nähe der Balnearios, wo es in der Hochsaison hoch hergeht, faszinieren Stille und Schönheit der Natur: Das Palma Aquarium ist ein moderner Meerwasserpark am östlichen Rand von Palma. Auch ohne Tauchausbildung können Besucher in grandiose Unterwasserwelten eintauchen. 700 verschiedene Tier- und Pflanzenarten in 55 Aquarien laden zur Entdeckungsreise in die Meere und Ozeane ein. Highlight ist Big Blue, der größte Zootank Europas mit 3,5 Millionen Litern Fassungsvermögen. In tiefblaues Licht getaucht, drehen hier zum Beispiel Rochen und Sandtigerhaie ihre Runden. Die majestätischen Bewegungen der Meeresbewohner haben fast meditative Wirkung. Mehr über das Palma Aquarium im Internet: www.palmaaquarium.com.

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