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Vor Gericht: Strafbefehl mit sechs Monaten auf Bewährung ist rechtskräftig

Körperverletzung, Waffengebrauch: Für 22-jährigen Neonazi wird es eng

Stadthagen (menz). Das Vorstrafenregister eines bekannten Mitglieds der heimischen Neonaziszene hat sich um eine Eintragung verlängert. Anfang der Woche wurde ein Strafbehl wirksam, den die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung, Führens und Gebrauchs einer Schusswaffe sowie der Beleidigung von Polizeibeamten beantragt hatte. Der 22-Jährige ist damit rechtskräftig zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährungverurteilt.

veröffentlicht am 17.10.2006 um 00:00 Uhr

Das Urteil sanktioniert die rüde Vorgehensweise gegen ein Pärchen im April diesen Jahres. Anscheinend ärgerte sich der Schaumburger über die jungen Leute, die sich nachts vor seinem Wohnhaus lautstark gestritten haben sollen. Die Anklage hat ihm vorgeworfen, er habe bei der Aufforderung an die beiden, den Ort zu wechseln, dem männlichen Gegenpart ein blaues Auge geschlagen. Obendrein soll er mit einer Gaspistole in die Luft geschossen haben, um sein Anliegen zu betonen. Zuletzt landete der 22-Jährige nach diesem brachialen Auftreten auf der Polizeiwache und wurde dort offenbar gegen Beamte ausfallend. Etliche Zeugen warteten Anfang der Woche auf ihre Vernehmung vor Gericht. In mündlicher Verhandlung sollte das Geschehen in der Aprilnacht aufgerollt werden, nachdem der Schaumburger den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft nicht hatte akzeptieren wollen. Als er aber zu dem Prozesstermin am Amtsgericht Stadthagen nicht erschien, nahm derVerteidiger den Einspruch zurück. Der schriftliche Strafantrag wurde damit gültig. Den Verzicht auf einen Prozess hält der Staatsanwalt für eine kluge Entscheidung. Ein Strafbefehl gehe "immer vom denkbar mildesten Fall" und einem "geständigen Angeklagten" aus. Das vorgesehene Strafmaß sei deshalb als "relativ mildes Angebot"` zu verstehen. Es könne in der mündlichen Verhandlung nach einem Einspruch "erhöht werden". Im aktuellen Fall des jungen Schaumburgers hätte man sogar darüber nachdenken müssen, "ob eine unbedingte Freiheitsstrafe rauskommt", wenn sich der Vorwurf in einem Prozess bestätigt hätte. Der 22-Jährige stand bereits unter Bewährung als er im April ausrastete. In Zukunft könnte es für den jungen Mann eng werden. Auf ihn warten noch weitere Verfahren. Wie zudem bekannt wurde, soll es auch ganz aktuell Ermittlungen geben. Man hörte von einem Vorfall in Bückeburg, der sich am Wochenende ereignet haben soll, kurz bevor der Einspruch gegen den Strafbefehl verhandelt werden sollte.

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