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Große Mehrheit in der Gesamtkonferenz für eine IGS / Weiteres Ausdünnen der Hauptschule sinnlos

"Können 2008 mit der Gesamtschule starten"

Obernkirchen (sig). Die Hauptschule wird zum Auslaufmodell. Dafür soll die Realschule aufgewertet werden. So lautet die jüngste Entscheidung des Landes Rheinland-Pfalz, das sich damit vom dreigliederigen Schulsystem verabschiedet. Diesen Weg werden sicherlich noch weitere Länder gehen, zumal die Berufschancen für die Hauptschüler immer schlechter gewordensind. Auch die Leitung des Schulzentrums am Ochsenbruch macht die Erfahrung, dass dieser Schulzweig deutlich abnimmt. Nicht nur aus diesem Grund hat die große Gesamtkonferenz mit Lehrern, Eltern und Schüler ein klares Bekenntnis zur Gesamtschule abgelegt.

veröffentlicht am 01.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Tatsache, dass von zehn Stellenangeboten bestenfalls eins von einem Bewerber mit Hauptschulabschluss wahrgenommen werden kann, macht die soziale Schieflage deutlich. "Der Begriff Hauptschule ist in unserer Bildungslandschaft negativ besetzt, er muss weg", so klar und eindeutig formulierte Konrektor Hartmut Drygala vom Obernkirchener Schulzentrum seinen Standpunkt. Und Rektor Torsten Reinecke sieht das kaum anders. Das Sozial- und Arbeitsverhalten sei in der Hauptschule oft problematisch; nicht selten würden sich die Schüler gegenseitig "herunterziehen", meinten die beiden Pädagogen. Es sei inzwischen Realität, dass es für diese Schulform bei den Arbeitgebern und auch bei den Eltern wenig Akzeptanz gibt. In den Klassen fünf und sechs besteht in Obernkirchen nur noch Einzügigkeit. Ein Blick zurück in die Zeit, als noch die Orientierungsstufe bestand, macht den Substanzverlust deutlich: Damals gab es am Schulzentrum über 1300 Schüler; derzeit liegt man mit 15 Realschul- und 12 Hauptschulklassen bei 594. Das bedeutet ein Raumüberangebot, während manche Gymnasien überlaufen. "Wenn Obernkirchen eine Gesamtschule mit gymnasialen Zweig erhält, wäre das für die gesamte Infrastruktur der Bergstadt ein wichtiger Schritt nach vorn", versicherte Torsten Reinecke zu den Bemühungen der Stadt, die von Lehrern, Eltern und Schüler eindeutig unterstützt werden. Von 58 Teilnehmern der Gesamtkonferenz haben 50 dafür plädiert. Das ist einklares Votum, das sowohl der Kreistag als auch das Kultusministerium zur Kenntnis nehmen sollte. Reinecke: "Natürlich bedeutet eine solche Entscheidung nicht, dass wir einfach das Schild am Eingang auswechseln, und das reicht dann. Da gibt es vieles zu ändern, organisatorisch, personell und inhaltlich. Aber die Ablehnung von 80 Prozent der Aufnahmeanträge bei der IGS in Stadthagen zeigt doch, wie groß der Bedarf an Gesamtschulen im Landkreis ist." Welche Form einer Gesamtschule in Obernkirchen bevorzugt wird, ist noch offen. Das Lehrerkollegium zeigt allerdings mehr Tendenz in Richtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS), in der alle Schüler eines Jahrganges in der Regel in gemeinsamen Lerngruppen nach einem einheitlichen Lehrplan unterrichtet werden. Vom 7. Schuljahr an sind jedoch Differenzierungen in allen Kernfächern möglich. In der Kooperativen Gesamtschule (KGS) gibt es weiterhin eine Gliederung nach Schulzweigen. Neben einer vertieften Allgemeinbildung sollen hier die Schüler entsprechend ihren Neigungen gefördert werden. Sie können deshalb, wenn die Leistungsvoraussetzungen stimmen, in der jeweils höheren Schulform Fächer belegen, wie Mathematik, Englisch, Deutsch, Naturwissenschaften oder eine zweite Fremdsprache. Torsten Reinecke sieht es so: "Wir hoffen, dass die endgültige Entscheidung über die Einführung einer Gesamtschule in Obernkirchen möglichst bald fällt. Dann wären wir durchaus in der Lage, im Sommer 2008 zu starten. Aber wir wollen danach hier auch selbstständig arbeiten, die eigene Schulform entwickeln und keine Außenstelle der Stadthäger IGSsein."



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