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Unternehmertreffen bei Polyform / Kosten prüfen, aber Investitionen nicht auf die lange Bank schieben

Klußmeyer: Wirtschaftskrise als Chance sehen

Rinteln (wm). Das Weserbergland ist nicht die Insel der Seligen, aber ein bisschen besser als der Rest der Welt: Es gebe trotz der weltweiten Wirtschaftskrise Grund zu Optimismus, machte Sparkassenvorstandsmitglied Günther Klußmeyer den heimischen Unternehmern Mut, die sich gestern Vormittag bei Polyform zu einem Unternehmerfrühstück getroffen hatten.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

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Dazu wird im Laufe eines Jahres mehrmals von der Weserbergland AG eingeladen. Die Lage sei in der Region nicht so schlecht wie die Stimmung, scherzte Klußmeyer, entscheidend sei für die Zukunft, "die Vertrauenskrise zu überwinden". Grundsätzlich sei die deutsche Wirtschaft robust. Klußmeyer riet den Unternehmern, die Krise als Chance für notwendige Veränderung im Betrieb zu begreifen, das heißt, Kostenstrukturen zu überprüfen und sonst unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen. Geplante, notwendige Investitionen sollte man nicht auf die lange Bank schieben - das sei auch seineEmpfehlung für die Kommunen. Die Sparkasse werde hier das Ihre tun und den geplanten Neubau in Lauenau für drei Millionen Euro realisieren. Klußmeyer warnte vor unüberlegtem Personalabbau: Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die aktuellen Schülerzahlen riet er, qualifiziertes Personal auf alle Fälle zu halten. Für die Geschäftsmodelle der Sparkassen (wie der Volksbanken) habe die Finanzkrise ein deutliches Image-Plus gebracht, "wir sind wieder salonfähig" - vorbei die Zeiten, in denen Investmentbanker allen die Welt erklären wollten. Doch auch die Sparkasse sei von der Finanzkrise betroffen - 250 000 Euro habe die Sparkasse Schaumburg im Rahmen des Solidaritätsfonds für die Rettung der IKB bereitstellen müssen - "für ein Institut, auf dessen Geschäftsgebaren wir keinerlei Einfluss haben". Und die Erfahrungen der Finanzkrise hätten gezeigt, dass aus Sicht der Sparkasse die Problematik der Landesbanken gelöst werden müsse, betonte Klußmeyer. Dass die Sparkasse gut dastehe, habe mehrere Gründe: "Wir sind liquide, finanzieren uns aus der Region, kennen unsere Kunden und brauchen die weltweiten Kapitalmärkte nicht." Bereits im Herbst 2007 sei die Sparkasse aus Aktien ausgestiegen und "wir haben keine toxischen Papiere". Für die überstürzte Reaktion mancher Kunden im Oktober habe er trotzdem Verständnis: "Es haben Kunden angerufen und gesagt, wir wollen das Geld sofort bar auf den Tisch und in den Tresor legen." Der größte Fehler im US-Krisenmanagement sei es wohl gewesen, die Lehman Brothers mit 30 000 Mitarbeitern und weltweiten Verbindungen vor die Wand fahren zu lassen, schilderte Klußmeyer den Unternehmern: "Das hat sich niemand vorstellen können." So sei die Realwirtschaft zur Geisel der Kapitalmärkte geworden. Dass die Krise völlig spurlos an der Region vorbeigehen wird, glaubt allerdings auch Klußmeyer nicht, der warnte, niemand könne Firmeninsolvenzen in den kommenden zwei Jahren ausschließen. Bei Kreditvergaben werde man deshalb noch mehr als bisher auf Bonität und die Branche achten - doch grundsätzlich stehe der heimische Mittelstand gut da. Zu Beginn der morgendlichen Gesprächsrunde hatte Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland AG, die Gäste begrüßt und Gastgeberin Ina Knoke-Strunk mit dem Polyform-Team das Unternehmen vorgestellt, während sich die Gäste an dem von Markus Homberg (vom gleichnamigen Gasthaus in Strücken) aufgebauten reichhaltigen wie leckeren Büfett bedienten. Polyform mit 250 Mitarbeitern ist weltweit in 30 Ländern tätig und breit aufgestellt. Vertriebsleiter Hans Kortemeier schilderte, es gebe wohl kaum eine Branche, in der nicht Polyformprodukte vertreten seien, von Industrie über Medizin bis zum Militär. Die "Siegesgöttin Viktoria" des Deutschen Fußballbundes reise in einem Polyformkoffer, ebenso diverse Kameras in der Columbia-Weltraumstation.



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