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Klinikum wird kleiner als geplant

Landkreis (mld). Das neue Schaumburger Klinikum wird nach bisherigem Planungsstand kleiner: 4000 Quadratmeter Nutzfläche weniger sind in den neuen Planungen vorgesehen, die Gesamtnutzfläche des Gebäudes wird sich damit auf insgesamt 20 420 Quadratmeter reduzieren.

veröffentlicht am 09.07.2011 um 13:08 Uhr
aktualisiert am 06.12.2012 um 13:08 Uhr

Diese Veränderung wird man auch sehen können: Eine der drei Kuben, der westliche Kubus, soll anstatt mit den geplanten drei Etagen lediglich zweistöckig gebaut werden. Die Bettenzahl von insgesamt 437 soll sich dadurch aber nicht ändern.

„Die ursprünglichen Dimensionen wollten wir nicht mittragen“, erläutert Claus Eppmann, Geschäftsführer der „Krankenhaus Projektgesellschaft Schaumburger Land mbH“, die von der Klinikums-Betreibergesellschaft ProDiako geführt wird. ProDiako wolle „bei der Größe des Projekts“ nicht mehr als die veranschlagten 35 Millionen Euro an Eigeninvestitionen aufbringen. Das gesamte Investitionsvolumen bezifferte Eppmann auf 130 Millionen Euro. „Höhere Investitionen belasten anschließend den laufenden Haushalt enorm“, so Eppmann mit Verweis auf die Situation bei Nachbar-Krankenhäusern.

Und so sei „deutlich geworden, dass wir in die Strukturen eingreifen müssen“ und dafür die Gebäudefläche reduziert werden müsse. Die Entscheidung, das Projekt zu verkleinern, sei im Mai gefallen nach Absprache mit Architekten, Fachplanern, Betriebsorganisationen und der Projekt- und Krankenhausleitung. In der vergangenen Woche hätten sich die Mitarbeiter-Arbeitskreise zusammengesetzt, um die Einzelheiten festzuzurren.

Die Verkleinerung geht vor allem zulasten der Palliativstation, die wegfällt. Bei der Überplanung mit den Mitarbeitern habe aber immerhin ein Palliativbereich erhalten bleiben können, so Eppmann. Die Dreibettzimmer hätten aufgrund des ungünstigen Flächenverbrauchs sowieso wegfallen müssen und wären von der Oberfinanzdirektion nicht genehmigt worden.

Die 36 Betten, die in der nun weggefallenen Etage hätten stehen sollen, werden umverteilt auf Zimmer, die ursprünglich als Dreibettzimmer geplant und nun jeweils um ein Bett aufgestockt werden. Die Größe aller Zimmer soll jedoch gleich bleiben. Pro Station gibt es nun statt der geplanten 36 also 37 Betten.

Dafür soll im Erdgeschoss der Verwaltungsbereich um ein Drittel kleiner werden, unterschieden werden soll hier zwischen „patientenfernen und -nahen Bereichen“, so Eppmann: Vorgänge wie etwa die Buchhaltung müssten nicht vor Ort passieren. Die könnten ausgelagert werden, zum Beispiel in einen der jetzigen Krankenhaus-Standorte. Und auch „Zentralfunktionen“ wie etwa der Einkauf müssten nicht vor Ort geschehen. Wie viele Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich in einem der Alt-Standorte verbleiben, ist noch offen und wird laut Eppmann derzeit von einer Arbeitsgruppe ermittelt.

Nicht betroffen, betont Eppmann, sind die „Kernbereiche“ der Klinik, etwa die OPs. „Das würde die minutiös geplanten Abläufe empfindlich stören“, sagt Eppmann. Der Umlauf um die OP-Räume, durch den mehrere OP-Vorgänge gleichzeitig passieren können, „wollten wir auf keinen Fall aufgeben“, so Eppmann. Denn der spare „fünf bis sieben Minuten“, „und eine OP-Minute kostet richtig viel Geld“.

Ebenso nicht verändert werden Bereiche wie Diagnostik, Gynäkologie, Intensivmedizin, Linksherzkatheter, Zentrale Notaufnahme, Radiologie. Im Untergeschoss fallen zwei Gänge weg sowie drei Räume, die der Technik vorbehalten waren. Hier fällt außerdem ein Ärztezimmer weg, das in den mittleren Kubus verlegt soll.

Allerdings soll es laut Eppmann möglich bleiben, die jetzt weggelassene Etage später aufzustocken. So wird zum Beispiel ein leerer Aufzugschacht gebaut, bislang noch ohne Aufzug, denn den nachträglich einzubauen, falls es zu einer Aufstockung kommen sollte, sei „sehr teuer“.

Die Baupläne würden derzeit überplant und dann in die Hauptunterlage Bau integriert, die die Oberfinanzdirektion laut Eppmann im Herbst prüfen soll. Die 95 Millionen Euro, die als Fördersumme vom Land Niedersachsen kommen sollen, „sind festgesetzt“, so Eppmann. Mit dem Fördermittelbescheid des Sozialministeriums rechnet Eppmann in den kommenden Wochen: „Wir hoffen auf einen Bescheid noch im Juli.“

Eine Übertragung der Fördermittel auf einen anderen Standort, wie von der Bürgerinitiative gegen den Klinikumsstandort Vehlen (BI) kritisiert, sei „faktisch nicht möglich“, so Eppmann: Grundsätzlich seien Fördermittel zwar nicht an einen Standort gebunden, aber an ein konkretes Projekt mit konkreter Planung.

Die BI hatte außerdem angekündigt, Flächennutzungs- und Bebauungsplan anwaltlich prüfen zu lassen (wir berichteten). Falls anwaltlich gegen die Baupläne vorgegangen werden solle, „wird das so ausgehen wie bei der Petition“, so Eppmann: „Unsere Planungen und Arbeiten sind vollumfänglich und eindeutig bestätigt.“ Die Petition der BI wurde Ende Juni vom Landtag abgelehnt.

Der Bauantrag soll laut Eppmann im Spätherbst gestellt werden, wenn die Hauptunterlage Bau fertiggestellt wird. Nach derzeitigem Plan soll es den ersten Spatenstich im März oder April 2012 geben.

Angedacht worden war der Spatenstich ursprünglich in diesem Jahr, die mögliche Verschiebung sei weniger der Umplanung zu verschulden als der Witterung und der noch laufenden Straßenplanung, so Eppmann.



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