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"Weltsprache der Seele": Das Duo "Hora!" sorgt mit jiddischen Liedern für Stimmung im Garten Brockmann

Klezmer-Musik schlägt Brücken zwischen den Kulturen

Obernkirchen (dis). Musikalische Leckerbissen ganz besonderer Art servierte Akkordonist, Gitarrist und Sänger Martin Rumprecht gemeinsam mit der Sängerin und Geigerin Susanne Reerink vor einer erfreulich großen Zuhörerschar: Das Duo "Hora!" wartete mit jiddischen Melodien auf, die im Ambiente des grünenden und blühenden Brockmann-Gartens eine ideale Kulisse fanden.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 15:21 Uhr

Susanne Reerink und Martin Rumprecht sorgten als das Duo "Hora!"

Das sich trefflich ergänzende Paar schlug - ohne Verstärker - mit seinen Liedern und Lesungen Brücken zwischen Generationen und Kulturen. Und man durfte bei diesem dreiteiligen Konzert wirklich das Gefühl haben, die Klänge kämen aus der Tiefe der Seele, denn die Solisten vermochten mit Instrument und Stimme zu lachen, weinen, sprechen und zu schweigen. All das gehört zu Klezmer, der im Mittelalter verwurzelten Werke der osteuropäischen Juden, in denen "Hora" ein Element darstellt. Auf diese Weise übermittelten Susanne Reerink und ihr Partner ihrem Publikum Töne, die einerseits tanzten und sangen, gleichzeitig aber auch Trauer und Melancholie zum Ausdruck brachten. Nicht umsonst bezeichnen KlezmerSachkundige diese Musik als "Weltsprache der Seele". Hier mit Klage, dort mit Witz jonglierend vorgetagen, vernahm man anrührende und lustige Geschehnisse über einen armen Zigarettenverkäufer, einen Vater, zehn Brüder, von denen zum Schluss nur noch einer lebte, den fiedeldicken Fiedler, sonnige Tage, den emotionalen Tango, ein Trinklied mit Folgen und vieles mehr. Die Stücke schlichen über das Ohr durch das Gehirn, um dann kleine stimmulierende Explosionen auszulösen. Gekonnt hielt "Hora!" dabei die Balance zwischen Schwung auf der einen sowie einer lustvoll-melodiösen Verströmung auf der anderen Seite. Entsprechend motiviert fiel der Publikumszuspruch aus, zumal es immer wieder Gelegenheit zum Mitmachen sowie zum einem ausführlichen Spaziergang in den gepflegten Anlagen gab. Das Ganze glich einem gelungenen Happening - bei angenehmen Temperaturen - und Wunsch nach Fortsetzung!

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