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Kleinenbremer wollen Tourismus ankurbeln / Alpenverein sucht geeignete Wand

Kletterwand im Steinbruch als Gipfel

Kleinenbremen (ly). Achttausender wie den Mount Everest kann heute auf geführten Expeditionen jeder Hinz und Kunz besteigen, wenn genug Geld vorhanden ist. Doch wer kann von sich behaupten, die Wand im Steinbruch des Kleinenbremer Besucherbergwerks bezwungen zu haben? Bald vielleicht viele.

veröffentlicht am 02.10.2008 um 00:00 Uhr

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Nach den Vorstellungen derörtlichen "Zukunftsinitiative Touristik" könnte dort nämlich eine Kletterwand für Profis, Besucher und Einheimische entstehen. Die Sektion Minden des Deutschen Alpenvereins wäre nicht abgeneigt. Die Alternative: eine künstliche Kletterwand aus natürlichem Material. Das 25 Meter hohe Vorbild steht in Magdeburg. Alles Zukunftsmusik, die Idee steckt im Anfangsstadium. In beiden Fällen lautet die Frage: Wer soll's bezahlen? Bei künstlichen Klettertürmen rechnet man mit 10 000 Euro pro Meter. Außerdem müsste jeweils der Landkreis als Eigentümer des Geländes zustimmen. Erst im Februar hat Dietmar Kastning vom Alpenverein Minden die 1650 Meter hohe Eiger-Nordwand im Berner Oberland (Schweiz) bestiegen. Doch beim Kleinenbremer Berg (etwa 15 Meter) winkt der Ausbildungsreferent ab - zu sandig, zu viel loses Gestein, schlechter Einstieg. Vor der Erstbesteigung müsste also Einiges gemacht werden. Aus Sicht von Werner Kuczewski, Vorsitzender des Vereins und seit 30 Jahren Kletterer, braucht die Wand einen Vorbau, um den Einstieg zu verbessern. Zudem müsste die Route von losem Gestein gesäubert werden. Am oberen Rand würden überdies zwei bis drei Meter abgetragen und zurückversetzt. Eine Kletterwandüber die volle Breite gilt als unwahrscheinlich. Beim Ortstermin war von 20 Metern die Rede, nachdem die Probleme klar geworden sind. Jürgen Müller, ein Geschäftsführer der Barbara Erzbergbau GmbH, hat "Hilfestellung" zugesichert, den Umfang aber zunächst offen gelassen. Der Alpenverein wirktnoch uneins und will Experten zu Rate ziehen. Friedrich Vogt, Vorsitzender des Bezirksausschusses und Motor der wiederbelebten "Zukunftsinitiative Touristik", macht sich für das Vorhaben stark, denn es soll den Fremdenverkehr fördern. Norbert Franzen von der Klettergruppe könnte sich vorstellen, dass der Verein die "technisch-fachliche Seite" übernimmt, also eine Route erschließt und Haken in den Fels bohrt. Auch Kurse seien denkbar. Die Kleinenbremer Kletterwand wäre für jedermann zugänglich. Zur Ausübung ihres Hobbys müssen die Mindener Alpinisten weite Wege zurücklegen, weil sie im gesamten Mühlenkreis keine Wand haben. "Zum Klettern muss ich zurzeit in den Ith fahren", berichtet Norbert Franzen. Vom Ambiente des Steinbruchs am Besucherbergwerk sind Franzen, Kastning und Kuczewski jedenfalls hellauf begeistert. Und es wird noch besser: Das Museum für Bergbau und Erdgeschichte befindet sich auf der Zielgeraden zum Mitmach-Museum. Unter anderem entstehen eine Steinhauerei, Werkstätten zum Präparieren und Experimentieren. Geschmiedet wird bereits seit längerem mit großer Resonanz. Die Kletterwand wäre dann sozusagen der Gipfel.



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