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HS Bückeburg bekommt eine Mannschaftssperre von einer Woche / Punkte für HSG Northeim

"Kleinkrieg" entwickelt sich zu einer Posse

Handball (hga). Der Handballverband Niedersachsen hat gegen den Frauen-Oberligisten HS Bückeburg eine Mannschaftssperre verhängt. Das für den heutigen Samstag angesetzte Spiel gegen die HSG Northeim wurde mit 2:0-Punkten für die HSG gewertet. Grund der Sperre ist das Nichtzahlen einer Strafe in Höhe von 240 Euro, wegen fehlender Schiedsrichter, verhängt von der Handballkreisspielgemeinschaft Weser-Schaumburg-Leine (WSL). Zuvor reagierte die HSB nicht auf einen Mahnbescheid vom WSL. "Formell gebe ich ihnen recht, es war ein Fehler, das nicht zu beachten", sagte der HSB-Vorsitzende Bernd Schramme. Soweit die förmliche Seite, Schramme war amüsiert über die Vorgänge.

veröffentlicht am 16.09.2006 um 00:00 Uhr

Sabrina Steinmann (M.) und die HS Bückeburg dürfen an diesem Spi

In der Vorgeschichte meldete die HSB, nach Aufforderung, zwei fehlende Schiedsrichter beim WSL-Schiedsrichterwart Bernd Schumacher nach. Diese beiden Schiedsrichter wurden vom MTV Auhagen für die Saison 2006/07 an die HSB abgetreten, die Meldung erfolgte noch vor dem offiziellen Meldeschluss am 30. April diesen Jahres. Und dann wird es kompliziert: Laut Schramme bestätigte Schumacher gegenüber HSB-Verantwortlichen, dass die Meldung der Schiedsrichter korrekt sei. Des Weiteren wurde den HSB-Verantwortlichen angeraten, die verhängte Strafe nicht zu zahlen, sondern eine WSL-Vorstandssitzung am 12. September abzuwarten. Verhängt hatte die Strafe der stellvertretende Vorsitzende vom WSL-Schiedsrichterausschuss und Vorsitzender Spieltechnik, Wilhelm Kampmeier, der auf der Sitzung auf Zahlung der Strafe bestand. Diese Haltung wurde nicht von allen Teilnehmern der Sitzung gebilligt. Die HSB zahlte direkt am nächsten Tag, dem 13. September. Wiederum einen Tag später, am 14. September, erhielt HSB-Spielwartin Melanie Konsog die Mitteilung über die Mannschaftssperre. Diese Sperre erlischt sieben Tage nach Zahlung der Strafe und Vorlage des Einzahlungsbeleges bei der spielleitenden Stelle (§ 32, Absatz7 Rechtsordnung DHB/HVN). "Kein anderer Verein wird so behandelt, wir haben uns korrekt verhalten, haben die Schiedsrichter gemeldet", sagte Schramme. "Fünf Vereine sind überhaupt erst nach der Sitzung am 12. September angemahnt worden, fehlende Schiedsrichter zu melden. Wir sind sogar gesperrt, obwohl wir Schiedsrichter haben", stellte Schramme fest. "Herr Kampmeier missbraucht sein Amt, um persönliche Niederlagen wie etwa den Wechsel von Liljana Nebojan von der HSG Exten-Rinteln nach Bückeburg zu rächen", Schramme ist "stinksauer". Im Übrigen ist für die HSB die Sache erledigt, die Mannschaft ist nach Erlöschen der Sperre wieder spielberechtigt. Ob die Bemühungen um eine vorzeitige Aufhebung der Sperre und Neuansetzung der Partie gegen die HSG Northeim erfolgreich war, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Der so angegriffene Kampmeier wies darauf hin, das eine klare Aufforderung an die HSB bestand, mit einer Frist bis zum 31. Mai diesen Jahres die fehlenden Schiedsrichter direkt an ihn zu melden. "Die Darstellung der Sitzung am 12. September ist völlig falsch", sagte Kampmeier und fügte hinzu: "Die HSB war überhaupt kein Thema." Zum Thema "Schiedsrichter" stellte Kampmeier klar: "Es werden alle betroffenen Vereine gleich behandelt. Es gibt keinen Unterschied." Auf den persönlichen Angriff Schrammes sagte Kampmeier: "Wenn er sich verfolgt fühlt, ist das sein Problem." Schiedsrichterwart Bernd Schumacher bestätigte die rechtzeitige Meldung der beiden Schiedsrichter. "Bei mir war die Meldung korrekt", sagte Schumacher, gab im Übrigen keine weiteren Kommentare ab. Formell ist Kampmeier im Recht. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack. Von mehreren Seiten wird der HSB die rechtzeitige Meldung bestätigt. Auf Grund eines Formfehlers, nämlich nicht an Kampmeier, sondern an den Schiedsrichterwart zu melden, war es ein vermeidbarer Paragraphenritt.

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