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WEZ-Markt an Rodenberger Allee soll wachsen / Nichts unterschrieben

Kleiner Nahversorger - große Pläne

Bad Nenndorf (rwe). Für den WEZ-Markt an der Rodenberger Allee gibt es große Pläne. Die Familie Kindermann als Eigentümerin des Gebäudes möchte mit der Mindener Karl Preuß GmbH als Betreiberin die derzeitige Nutzfläche von 1000 Quadratmetern verdoppeln und 100 Parkplätze anlegen. Dazu müsste aber das Hotel "Schaumburg Diana" weichen. Die Verhandlungen laufen.

veröffentlicht am 13.10.2007 um 00:00 Uhr

Der Pfeil auf dem Schild an der Einfahrt könnte die Richtung vor

Das Hotel "Schaumburg Diana" ist eine Institution in Bad Nenndorf. Waltraud Lampe-Sikorski betreibt das Haus mit den gut 80 Zimmern in dritter Generation, in zwei Jahren könnte die Enkelin der Gründerfamilie Pfingsten das 100-jährige Bestehen feiern. Doch ob zum Jubiläum noch die Korken knallen, ist derzeit unklar. Denn Dieter F. Kindermann, dessen Familie das benachbarte Grundstück gehört, möchte gut 3500 der insgesamt 5000 Quadratmeter kaufen, um den WEZ-Markt zu erweitern. "Wenn alles glatt läuft, könnten wir am 1. Januar 2009 eröffnen", sagt Kindermann. Er sieht den Bedarf für einen Nahversorger in der "Unterstadt" weiter wachsen und hat deshalb von sich aus die Initiative ergriffen, um den Standort zu sichern. Allerdings: Eine Expansion wäre nur auf dem "Schaumburg-Diana"-Areal möglich. Das Hotel sowie das erste der beiden Gartenhäuser müssten weichen, um den Markt zu vergrößern und ausreichend Parkplätze zu schaffen. Was aus dem zweiten Gartenhaus beziehungsweise den restlichen 1500 Quadratmetern würde, ist nicht ganz klar. Das ist ein Punkt, den es für Kindermann und der jetzigen Inhaberin zu klären gilt. Denn unterschrieben ist bislang nichts. Das betont auch Waltraud Lampe-Sikorski. Sie sorgt sich, das Hotel würde bei Bekanntwerden der Pläne von potenziellen Gästen schon abgeschrieben. Der Betrieb laufe aber ganz normal, sagt sie. Allerdings kommt ihr Kindermanns Vorschlag recht gelegen. Sie denkt nach mehr als 30 Jahren hinter dem Empfang an den Ruhestand, eine familiäre Nachfolge wird es aber nicht geben, denn Tochter Diana betreibt als Juristin eine Anwaltskanzlei in Kiel. Auch für das Hotel als Ganzes lasse der Markt derzeit in Bad Nenndorf auf keinen guten Erlös hoffen. Wie Waltraud Lampe-Sikorski hat auch Karl-Stefan Preuß keinen Druck bei dem Projekt. Der Geschäftsführende Gesellschafter der WEZ-Kette ist mit dem Standort sehr zufrieden, könnte auch mit dem heutigen Zustand gut weiterleben. Er begrüßt aber die Idee, aus dem "kleinen Nahversorger" einen "Supermarkt mit vernünftiger Verkaufsfläche" zu machen. Demnach würden die jetzt 700 Quadratmeter auf etwa 1500 erweitert. Kindermann hofft auch auf Zustimmung im Rathaus. Dort habe er das Bauamt bereits über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Für eine Stellungnahme ist es aber nach Ansicht des Stadtdirektors Bernd Reese noch zu früh.



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