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Hochwasserschutzkonzept für Rusbend vorgestellt / Objektschutz statt Rückhaltung

"Kleine Wiese" demnächst hinterm Deich?

Rusbend (bus). Der Schutz von Menschen und Gebäuden in außergewöhnlichen Hochwassersituationen hat einmal mehr den Ortsrat Rusbend beschäftigt. Die Bewältigung der von der Bückeburger Aue über den Warber Entlastungskanal in die Ortschaft transportierten Fluten steht seit sechs Jahren als Dauerthema auf der Rusbender Tagesordnung. Das jetzt von Dr. Michael Franke (Ingenieurbüro Geum.tec, Hannover) vorgestellte Konzept favorisiert den Schutz des Areals Rubenkamp/Kleine Wiese durch die Aufschüttung von 50 bis 60 Zentimeter hohen Erdwällen.

veröffentlicht am 17.05.2008 um 00:00 Uhr

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Die zuvor diskutierte Vorgehensweise, deren Kern auf der Vorhaltung einer rund 110 000 Kubikmeter fassenden, etwa 25 Hektar großen Rückhaltefläche basierte, ist am Widerstand einiger Grundbesitzer gescheitert. "Die eigentumsrechtliche Verfügbarkeit war nicht in jedem Fall gegeben", erläuterte der Experte. Auch die einfachste Lösung, eine Komplettverwallung des Entlasters und die Abführung des Wassers in den Mittellandkanal hatte wegen abschlägiger Bescheide der zuständigen Behörden zu den Akten gelegt werden müssen. Ob der aktuellen Variante größere Realisierungschancen innewohnen, bleibt abzuwarten. "Wir könnten zustimmen", fasste Ortsbürgermeister Andreas Struckmann nach weit mehr als einer Stunde Sitzungsdauer - Unterbrechung zur Einholung der Besuchermeinungen und Beratungsrückzug der Ratsmitglieder inklusive - die Meinung der Lokalpolitiker zusammen. Allerdings: "Mit Bauchschmerzen." Zuvor müssten unterdessen weitere Flächen (Kirchweg, Sägewerk) nivelliert, Gespräche mit den Anliegern geführt und Entschädigungsbelange erörtert werden. Der in Hannover entwickelte Entwurf (Franke: "Ein Konzept mit vielen Bausteinen") präsentiert sich grob zusammengefasst als Objektschutz statt Rückhaltung plus Optimierung des Abflusses. Kernpunkte des Objektschutzes sind die "Sicherung des Bereichs Rubenkamp/Kleine Wiese" und die "Drosselung des Zulaufs in den Rusbender Graben". Die Errichtung der flachen Deiche, die den Bereich südlich und östlich umschließen, soll unter Einbeziehung des an der Ostseite des Neubaugebiets vorhandenen Walles erfolgen. Für den Lückenschluss auf den Fahrwegen könnten im Hochwasserfall Dammbalken oder Sandsäcke sorgen. Die Abflussoptimierung sieht als Hauptmaßnahme die Schaffung einer grabenähnlichen, etwa fünf Meter breiten und bis zu 50 Zentimeter tiefen Entlastungsmulde am Ostrand der "Kleinen Wiese" vor. Um das ungehinderte Abfließen zu gewährleisten, müsste der Durchlass "Deinser Straße" zusätzliche Rohre erhalten. Im weiteren Verlauf plädieren die Planer für eine Veränderung der Grabenführung Richtung Kanal - die Wasserabschlagsanlage (Düker) soll nicht wie bisher in spitzem Winkel, sondern möglichst geradlinig erfolgen. "Für Kleine Wiese und Rubenkamp ist das eine gute Lösung, aber der Rest, Warber und Meinsen eingeschlossen, bekommt nasse Füße", gab Ortsrat Heinrich Öttking zu bedenken. "Ich kann nicht dulden, dass hier zusätzliche Flächen unter Wasser gesetzt werden", meldete ein Grundbesitzer unüberhörbar Widerstand an. Baubereichsleiter Karlheinz Soppe, der die Erstellungskosten (ohne Flächenkäufe) auf etwa 60 000 Euro schätzte, äußerte sich dennoch zuversichtlich über die Umsetzungschancen. Die Realisierung werde sich voraussichtlich "nicht so problematisch wie bisher" gestalten, mehrere Flächeneigentümer hätten bereits Zustimmung signalisiert.



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