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Hauptversammlung vermittelt Eindruck vollendeter Homogenität / Schwarze seit 25 Jahren Genosse

"Klein und ruhig" - Evesen kontra Bundes-SPD

Evesen (bus). Völlig im Gegensatz zu den Bundes-Sozialdemokraten, die derzeit - im 144. Jahr ihres Bestehens - ein Bild ausgesprochener Streitfreudigkeit hinterlassen, hat der Ortsverein Evesen der SPD während seiner jüngst in den "Eveser Krug" einberufenen Hauptversammlung den Eindruck vollendeter Homogenität vermittelt. Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen fand der komplette Vorstand ohne jedwede Gegenrede die einstimmige Bestätigung der anwesenden Mitgliedschaft.

veröffentlicht am 01.03.2008 um 00:00 Uhr

Herbert Röhrkasten (r.) würdigt die Verdienste von Horst Schwarz

In ihrenÄmtern verblieben außer Ortsbürgermeister Horst Schwarze (Vorsitzender) dessen Stellvertreter Reinhard Luhmann sowie Reinhard Müller (Kassierer) und Wilfried Wilharm (Schriftführer). Ebenso glatt ging die Wahl der Beisitzer (Heide Everding und Thomas Wagener) und der Delegierten (Horst Schwarze, Wolfgang Gransee, Ersatz: Wolfgang Voigt, Friedrich Wittbart) über die Bühne. Da passte der Vergleich, den Ehrengast Herbert Röhrkasten auf die Eveser Genossen münzte, wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Evesen sei eine "kleine, schöne und ruhige Bucht", sagte das SPD-Urgestein. Schwarze rief in einem umfangreichen Rechenschaftsbericht der aktuell 47 Frauen und Männer zählenden Gemeinschaft zahlreiche Aktionen und Aktivitäten des zurückliegenden Jahres in Erinnerung. Einen "besonders großen Brocken" habe die Instandsetzung des Feuerwehrhauses Röcke dargestellt, führte der Vorsitzende aus. Für das laufende Jahr nannte er den Ausbau der Schaumburger Straße als eines der vordringlichsten Anliegen. Dem allgemein als "ruhig und gut" eingeschätzten Berichtsjahr entsprach die Bilanz von Kassierer Müller, die dem Ortsverein ein beträchtliches Plus in der Schatulle bestätigte. Im Anschluss an die Regularien erfuhr die Versammlung von Bernd Insinger, dass gegenwärtig auch im Bückeburger Rathaus eine relativ streitfreie Situation vorherrsche. "Mit der Arbeit und den Ergebnissen der Mehrheitsgruppe können wir gut zufrieden sein", erläuterte der Fraktionsvorsitzende. Und auch die Zusammenarbeit mit der Opposition - Insinger: Die, die nicht in der Gruppe sind - gestalte sich "überraschend gut". Einen kleinen Seitenhieb auf Äußerungen des CDU-Fraktionschefs Christopher Wuttke mochte sich der Berichterstatter indes nicht verkneifen. Die öffentlich kundgegebene Kritik des Christdemokraten an der Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes sei "unredlich".Insinger: "Ohne diese Maßnahme hätten wir auf Mehreinnahmen von geschätzt 250 000 Euro verzichten und uns in die Gefahr der Schuldenerhöhung begeben müssen." Röhrkasten griff am Ende der Versammlung das aktuelle Bundes-Bild der SPD auf. "Wir sind in einer schwierigen Partei, weil sie sich immer ganz massiv mit sich selbst auseinandergesetzt hat", erklärte der ("das war eine schöne Zeit hier") frühere Eveser. Die Sozialdemokraten sollten mit der Linkspartei - zum Teil "weggelaufene Genossen" - nicht allzu hart ins Gericht gehen. Eigentlicher Grund des als Lesung angekündigten Auftritts Röhrkastens war hingegen die Würdigung des Ortsvereinsvorsitzenden für dessen 25-jährige Mitgliedschaft in der SPD. Horst Schwarze - 1986 Mitglied in Orts- und Stadtrat, 1996 stellvertretender Ortsbürgermeister, 1998 Vorsitzender des Ortsvereins, 2001 Ortsbürgermeister und Kreistagsmitglied, 2005 stellvertretender Bürgermeister Bückeburgs - habe sich große Verdienste um die Partei erworben, stellte der Krainhagener unter dem "stehenden" Applaus derMitglieder heraus.

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