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Mit einem so deutlichen Sieg des CDU-Kandidaten hat kaum jemand gerechnet – am wenigsten er selbst

Klaus Blome – der völlig perplexe Sieger

Der Kandidat war „völlig perplex“, wie er bekannte. „Mit diesem Sieg habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte Klaus Blome nach seinem überraschend klaren Wahlsieg über Amtsinhaberin Elke Christina Roeder. 58,5 Prozent der Stimmen hat der parteilose Blome, der für die CDU angetreten war, holen können und damit seine Konkurrentin von der SPD deutlich hinter sich gelassen, die es nur auf 41,5 Prozent Stimmanteil brachte. In absoluten Zahlen ausgedrückt ist das eine Differenz von 1437 Stimmen, die über Sieg und Niederlage entschieden. Insgesamt 8575 Pyrmonter nahmen an der Wahl teil, das entspricht einem Anteil von 53,2 Prozent.

veröffentlicht am 26.05.2014 um 06:00 Uhr

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Viele Beobachter hatten an einen knapperen Wahlausgang geglaubt. Doch jede im Ratssaal eingehende Eilmeldung aus den Wahllokalen machte Blome ein Stück mehr zu Sieger. Am Ende konnte Roeder nur in Thal punkten, alle anderen 30 Wahlbezirke gingen an Blome, der von den CDU-Mitgliedern am Ende lautstark und stürmisch gefeiert wurde. Nach dem Grund für seinen Wahlsieg gefragt, führt er vor allem seinen Bekanntheitsgrad in Bad Pyrmont an. „Ich lebe mit meiner Familie schon lange hier und fühle mich als Pyrmonter“, so der aus Warburg stammende Rechtsanwalt und Notar. Seine „erste und schwierigste Aufgabe“ als Bürgermeister, so ließ er wissen, werde es sein, den Umgang der Ratsfraktionen mit- einander zu verbessern. Im Wahlkampf hatte Blome sich mehrfach von dem Umgangston, der im Rat und in den Ausschüssen herrscht, distanziert.

Bürgermeisterin Roeder erwies sich als faire Verliererin. Gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Watermann gratulierte sie nach dem Auszählen aller Wahlbezirke Blome zum Sieg und wünschte ihm für seine neue Aufgabe viel Erfolg. Sie nannte als Grund für ihre deutliche Niederlage, dass es nicht gelungen sei, die Wähler der SPD zu mobilisieren, räumte aber auch ein, dass ihr der Umgang mit den aktuellen Themen möglicherweise geschadet haben könnte. Bis zum 31. Oktober bleibt Roeder noch im Amt. „So lange bin ich gewählt, und solange werde ich meine Aufgaben als Verwaltungschefin und auch alle anderen Verpflichtungen natürlich wahrnehmen“, betonte sie. Zu ihrer Zukunft wollte die gelernte Juristin gestern Abend nichts sagen. Der Jubel in den Reihen der Christdemokraten kannte kein Ende. „Frau Roeder ist vom Wähler ganz klar abgestraft worden“, urteilte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Bad Pyrmont, Dirk Wöltje. „Sie hat mit ihrem Stil selber dazu beigetragen, denn sie hat gegenüber unserer Ratsfraktion keine Politik auf Augenhöhe betrieben.“

Heike Beckord, Pyrmonter Parteichefin der SPD, nannte es bitter, dass der Wähler die gute Arbeit von Elke Christina Roeder in den vergangenen siebeneinhalb Jahren nicht honoriert habe. Woran das liege, müsse noch analysiert werden. „Wir haben nichts falsch gemacht und auch keine aggressive Politik betrieben, aber vielleicht müssen wir da ganz anders rangehen.“ Auch sie bekannte, von dem deutlichen Wahlsieg überrascht zu sein. Für den neuen Bürgermeister Blome werde die Arbeit sicher nicht einfach. „Er hat im Wahlkampf immer die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt betont, aber das wird mit seiner Fraktion sicherlich schwierig sein“, sagte Beckord voraus. Für eine Amtszeit von sieben Jahren ist Klaus Blome nun gewählt. Genügend Zeit, um die Probleme und Aufgaben Bad Pyrmonts zu lösen und das Klima im Rat zu verbessern.



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