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Im Stift: Mozart, Beethoven und Brahms

Klassisches Dreigestirn

Obernkirchen. Werke des Dreigestirns der klassisch-romantischen Violinsonate - Mozart, Brahms und Beethoven- haben auf dem Programm der "Internationalen Konzerte im Stift" gestanden.

veröffentlicht am 16.09.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Pianist Nico Benadie war diesmal nicht nur Organisator der beliebten Reihe, sondern zugleich Vortragender. Der gebürtige Südafrikaner spielte am Flügel im Duett mit dem polnischen Violinisten Grzegorz Kotów. Mozarts "Sonate in e-Moll", KV 300c (304), die in der Sterbezeit der Mutter in Paris entstanden ist, bildete kammermusikalisch ausgewogen den Anfang. Die Künstler zeigten, über welch interpretatorische Fähigkeiten sie verfügen. Basierend auf sicherer Technik entwickelte sich ein angenehmer Stimmungsaufbau zwischen den Solisten, der immer wieder demonstrierte, wie eng die Geige mit dem Piano verbunden ist. Leichtigkeit, Wohllaut und in diesem Falle traurige Intensität: Alle Merkmale Mozart´scher Fantasie offenbarten sich nahegehend. Da Benadie den Flügel aus bautechnischen Gründen völlig geöffnet halten musste, sorgte er zwar für ein bisschen mehr Lautstärke, aber dafür noch mehr Lebendigkeit. Die anschließende "Sonate A-Dur", op 100 von Brahms machte mit ihrer unterschwelligenLeidenschaft gleich weit die Tür zur Hochromantik auf und verlieh dem Streicher reichlich Gelegenheit, sich zu entfalten. Die Kantilenen im Kopfsatz besaßen Glanz, die Töne im "Andante tranquillo" Charme und das "Allegretto Grazioso" echte Grazie. Gesangliche Elemente und markante Rhythmen warenzudem bestätigende Attribute einer wachsamen Partnerschaft. Kontrastreich formten die Saiten- und Tastenexperten Beethovens 1802 unter zunehmender Taubheit geschriebene "Sonate in c-Moll", op 30, Nr. 2 - eine für die schwierige Situation des Komponisten ungewöhnlich farbenfrohe Schöpfung. Kotów und Benadie überzeugten sowohl in den beiden ersten Sätzen als auch im munteren Scherzo und im Finale, in dem die schnellen Läufe nur so heraussprudelten. Ein energisch geführtes Zwiegespräch und keck artikulierte Staccatomotive ließen Spielfreude erkennen. Den ausgiebigen Schlussapplaus erwiderte das Duo mit einer reizenden, für Geige umfunktionierten Klarinetten-Fassung aus einem Weber-Konzert.

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