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Konzern informiert im Haus des Gastes / 54 Unterschriften

Klares Bürger-Bekenntnis zum Edeka Neukauf-Markt

Bad Eilsen (tw). Andreas Stegemann will's wissen: "Was ist Ihnen wichtig: das Aussehen des Eingangs, des Dachs oder der Fassade?" - "Alles", schallt's aus den Zuhörerreihen im Haus des Gastes. Gefolgt von Zurufen: "Aber vor allem modern muss es sein!" Minuten zuvor hat der Geschäftsführer Edeka-Miha Immobilien-Service, der den Markt ursprünglich auf dem Gelände der früheren LVA-Gärtnerei hochziehen wollte, die Diskussion um pro und contra eines Lebensmittlers auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik freigegeben.

veröffentlicht am 21.04.2006 um 00:00 Uhr

Gespannt und wohlwollend verfolgt das Publikum im Haus des Gaste

Contra indes gibt's kaum: Die Frage des Buchholzers Ralf-Markus Lehmann - "Wir diskutieren jetzt schonüber die Architektur. Sind wir denn schon so weit?" - beantwortet Stegemann mit einem klaren "Ja". Und erntet dafür den spontanen Beifall der 55 Gäste; unter ihnen sind auch die Kandidaten für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters, Bernd Schönemann (parteilos) und Oliver Keller (SPD) sowie Vize-Bürgermeisterin Christel Bergmann (SPD). Tatsächlich hat die multimediale Präsentation des Marktes durch den Geschäftsführer, der mit sechs Kollegen aus Minden angereist ist und von dem Bad Eilser Architekten Heinz-Dieter Söfker (hds) unterstützt wird, bei den Zuhörern kaum Fragen offen gelassen; gleiches gilt für die Vorstellung des Verkehrsgutachtens durch Ralf Losert von der PGT Planungsgemeinschaft Dr. Theine (Hannover). Der schwärmt vor allem von der "integrierten Lage" des geplanten Marktes: "Ein solches Objekt, nicht wie üblich an der Peripherie, sondern direkt im Ortskern gelegen - das ist für jeden Planer ein Glücksfall." Dennoch erfahren die Eilser auch Neues: Entgegen ersten Entwürfen und in Anlehnung an das Erscheinungsbild der benachbarten Christuskirche will Söfker dem Markt ein Türmchen links neben dem Eingang spendieren. Und: Laut Edeka fließen derzeit 50 Prozent des Geldes, das Bürger der Samtgemeinde für Lebensmittel ausgeben, in Märkte in Rinteln, Bückeburgund Obernkirchen. Durch das Bauprojekt auf dem Klinik-Areal werde es dagegen möglich sein, bis zu 80 Prozent der Kaufkraft in Eilsen zu halten. Und: Durch Wegfall des Edeka Aktiv-Markts Dörfel, für dessen Nachnutzung es bereits jetzt "erste zarte (Projekt-)Pflänzchen" gebe, werde das Mehr an Verkaufsfläche, das nach dem Bau des Neukaufs im Kurort entstehe, bei "nur" 600 Quadratemetern liegen; laut Stegemann hat Edeka das Direktmietverhältnis Ende 2005 gekündigt. Damit habe auch der Markant-Markt an der Friedrichstraße eine reelle Zukunftschance. "Seine Umsatzeinbuße", prognostiziert der Referent, "wird bei etwa 20 Prozent liegen - nicht weniger, aber auch nicht mehr". Das sieht Lehmann anders. Der Kritiker prophezeit einen "Verdrängungswettbewerb", in dessen Folge es in Bad Eilsen in zwei Jahren nur noch einen einzigen Lebensmittler geben werde. Dem mag das Publikum nicht folgen: "Nein, nein, das wird nicht passieren", schallt es aus den Reihen. Geführt werden soll der Edeka-Neukauf während der Anlaufphase als so genannter Regiebetrieb, also von der Mindener Zentrale selbst; danach soll ein selbstständiger Kaufmann die Leitung übernehmen. Die Sorge Lehmanns, dass sich besagter Selbstständiger nicht finden und der Neukauf womöglich nichtmit dem nötigen Engagement geführt werde, kann der Geschäftsführer Immobilien-Management nicht teilen: "Wir bilden solche Leute im eigenen Hause eigens für diese Leitungspositionen aus." Das Schlusswort in der Diskussion kommt von Rolf Prasuhn (CDU). Es ist ein klares Bekenntnis pro Edeka: "Durch den Niedergang des Kurwesens hat Bad Eilsen in den vergangenen 25 Jahren mehr und mehr kleine Geschäfte verloren. Jetzt haben wir die Chance, mit dem Neukauf Kaufkraft zurückzuholen." Als Folge des Baus, ist der Ratsherr überzeugt, "wird sich um die ,Keimzelle' Edeka herum erneut ein blühendes Geschäftsleben entwickeln". Übrigens: Als Stegemann am Ende Listen verteilt, erklären 54 von 55 Bürgern mit ihrer Unterschrift: "Ja, ich bin für den Neubau eines Edeka-Neukaufs mit mindestens 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem Areal der ehemaligen Schaumburg-Klinik und des Huk-Geländes." Resümé des Geschäftsführers: "Das ist ein eindeutiges Ergebnis."

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