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Faszinierendes Konzert des russischen Kant-Chors in der sehr gut besuchten St.-Marien-Kirche

Klangzauber lässt den Beifall nur so prasseln

Bückeburg. Für eine interessante Begegnung und einenüberaus klangvollen Abend hat der russische Kant-Chor aus Gusev, dem ehemaligen ostpreußischen Gumbinnen, in der dicht gefüllten St.-Marien-Kirche gesorgt.

veröffentlicht am 04.09.2008 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Die von Tatjana Matwejewa liebevoll motivierten sechs Vokalisten und zwölf Sangesschwestern fesselten durch weichen, edlen Sound, musikalisch-textliche Stringenz sowie immense Bildhaftigkeit der seelenvollen Darstellungen geistlicher, lyrischer und volkstümlicher Weisen. Eine Menge sympathische Herzlichkeit und aufschlussreiche Information wusste darüber hinaus dieleider nicht namentlich genannte Sprecherin einzubringen. Was das Musische betrifft, so ließen zunächst faszinierend wirksam und gekonnt in den Raum gestellte kirchliche Stücke aufhorchen, zu denen das subtil geformte "Vater unser" und das nicht minder illustrativ zelebrierte "Ave Verum" von Mozart zählten. Dank ihrer feinsinnigen Emotionalität verstand es die Crew im zweiten Teil einmalig, Nuancen und Schattierungen der lyrischen Notentexte leuchtkräftig auszuloten. Das Ensemble modulierte die herrlich biegsam vollzogene Linienführung vom Liebeslied "Der siebte Stock", dem "Ännchen von Tharau", dem südamerikanischen "Ave Maria", einem flotten Tanzlied und - man höre und staune - dem Elvis-Hit "Love me tender" mit ganz viel stilistischem Feingefühl und solch sagenhaftem Timbre, dass der Beifall nur so prasseln musste. Zauberhaft fand das Publikumüberdies die in entzückender Tracht, virtuosem Glanz und dem nötigen Temperament gedeuteten Raritäten aus der Heimat, die den Schlusspunkt des wie im Fluge vergehenden Darbietungsreigens bildeten. Die Truppe kümmerte sich haargenau um richtige Tempi, spannende Dynamik und jene innere Freude, welche alleWiedergaben so anschaulich machten. Von Beginn an professionell am Piano begleitet, fesselte die Formation unter anderem mit "Die Steppe stirbt sacht", plastisch formulierten "Stiefelchen", russischen Liebesgeschichten und einem temperamentvollen Kosakenlied. Danach hob der Beifall an und hielt lange vor. Kleine Anmerkung am Rande: Der sympathische Kant-Chor weilte zum fünften Mal bei Familien in Bückeburg; und das nicht zuletzt durch die Initiative von Pastor i.R. Ingo Röhler.

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