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Nur Grüne stimmen offen dagegen

Kita-Streit Rat beschließt Neubau-Lösung

Bad Münder /Bakede (mf). Mit deutlicher Mehrheit hat der Stadtrat in seiner Sitzung gestern Abend einen Kindertagesstättenneubau auf dem Gelände der Bakeder Kirchengemeinde beschlossen. Bedingung ist, dass der städtische Anteil an den Baukosten 281 000 Euro nicht übersteigt und damit nicht höher ist als bei dem alternativ geprüften Anbau an die Grundschule.

veröffentlicht am 17.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 18.12.2009 um 10:15 Uhr

SPD-Fraktionschef Rolf Wittich, der gleichzeitig Ortsbürgermeister von Bakede ist und sich an die Spitze der Neubau-Befürworter gesetzt hatte, kann damit einen Sieg auf ganzer Linie verbuchen. Im Laufe der monatelangen Debatte war es ihm gelungen, selbst die eigene Fraktion, die ursprünglich größtenteils gegen einen Neubau war, auf Kurs zu bringen. Wobei sich nicht sämtliche Sozialdemokraten überzeugen ließen – was vier Stimmenthaltungen zum Ausdruck brachten.

Heftige Kritik hatte im Vorfeld etwa Nettelredes Ortsbürgermeister Axel Goeritz (SPD) geübt und vor einem großen Fehler gewarnt. Der Bakeder Ortsrat habe über Wochen „unrühmlich agiert, indem er sein Mandat missbraucht hat, um die Entscheidung in eine bestimmte Richtung zu lenken“. Er habe den Eindruck, dass sich alles nur noch um die Interessen Bakedes drehe, sagte Goeritz noch am Mittwoch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Und auch Bürgermeisterin Silvia Nieber kämpfte bis zuletzt gegen die federführend von ihrem Parteifreund Wittich am Ende durchgesetzte Variante. In der Ratssitzung warb die Verwaltungschefin noch einmal vergeblich dafür, „städtisches Geld auch nur auf städtischem Boden einzusetzen“.

Niebers Feststellung, wonach angesichts rückläufiger Schülerzahlen in spätestens drei Jahren nur noch vier der bislang acht Unterrichtsräume in der Grundschule benötigt und damit Raumkapazitäten für die Kita frei würden („Es ist nicht einzusehen, weshalb halb so viele Schüler noch genau so viel Platz wie vorher brauchen“), wurde von den zahlreichen Sitzungszuhörern mit deutlich vernehmbarem Gemurre quittiert.

Unterstützung bekam die Bürgermeisterin von den beiden Grünen-Ratsherren, die als einzige offen gegen die Neubau-Lösung votierten. „Wir können uns leerstehende Räume in der Schule nicht leisten“, brachte Helmut Burdorf unmissverständlich zum Ausdruck. „Deshalb bleiben wir weiterhin für die Anbau-Variante.“

Wittich hingegen ließ in einer kurzen Einlassung keinen Zweifel daran, dass ein Anbau für ihn und die Mehrheit des Rates nicht in Frage kommt. Dabei berief er sich einmal mehr auf das Kultusministerium, das diese Variante zwar als grundsätzlich genehmigungsfähig, aber eben doch ungeeignet bezeichnet habe. So sei wegen der Treppen keine Barrierefreiheit gegeben. CDU und proBürger unterstützten die Neubau-Lösung geschlossen.



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