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Arbeitskreis für Denkmalschutz kritisiert Marketing-Experten Christian Klotz: Wo er falsch liegt

Kirchplatz besser Ort "beschaulicher Ruhe"

Rinteln (wm). Mit Verwunderung hat der Arbeitskreis Denkmalschutz im Heimatbund Grafschaft Schaumburg einige der Thesen zur Kenntnis genommen, die der vielgereiste Stadtmarketing-Experte Christian Klotz aus Bad Reichenhall im Anschluss an seinen neuerlichen flotten Marsch durch die Altstadt im voll besetzten Ratskellersaal für Rinteln präsentiert hat (wir berichteten).

veröffentlicht am 13.10.2006 um 00:00 Uhr

Vom Marketingexperten Christian Klotz hoch gelobt: Die Gestaltun

Die Bilanz der Denkmalschützer bei ihrem Monatstreffen im Museum Eulenburg schilderte Werner Zimmermann: "Sicherlich Schüsse ins Schwarze und auch manche gute Idee. In einigen Punkten liegt Klotz dagegen völlig falsch". Beispiel Kirchplatz: Klotz träumt von einem Wirtshaus an der Nikolaikirche mit munterem Treiben - wie er es aus Bayern kennt - Parken davor inklusive. Der Arbeitskreis, so Zimmermann, setze dagegen: Kirchengemeinde sowie Rat und Verwaltung der Stadt seien seinerzeit klug beraten gewesen, den Verkehr hier herauszunehmen. Der Platz mit seiner auch an den Markttagen beschaulichen Ruhe bilde ein wohltuendes Pendant zum "quicklebendigen" Marktplatz direkt nebenan. Beispiel Weseranbindung: Die an sich verständliche Forderung von Klotz, die Weser verstärkt an die Stadt anzubinden, sei eine Utopie, urteilt Arbeitskreismitglied Hermann-Jürgen Rinne: "Nach der mit Parkhaus und Brückentorzentrum hier wenig geglückten Stadtplanung ist der Plantanenwall als Promenade nicht mehr benutzbar, und der wenigeinladende Parkplatz hinter dem Brückentor hat den Charme eines Hinterhofes". Beispiel Glasfassaden: Nicht angebracht, so der Arbeitskreis, sei das ausdrückliche Klotz-Lob für zweigeschossige Glasfassaden in der Altstadt. Großformatige Glasfassaden störten das charakteristische Altstadtbild. Sie sollen deshalb nach der vom Rat der Stadt zum Schutz der Altstadt einmütig beschlossenen Gestaltungssatzung gerade nicht im Straßenbild zu finden sein. Beispiel Beschilderung an der Autobahn mit dem Hinweis auf die "historische Altstadt" von Rinteln: Nicht nachvollziehen könne der Arbeitskreis, dass dieser "Lockruf", weil angeblich nichts sagend, aufgegeben werden soll, für ein neues Schild "Lebendige Stadt am Fluss". Das soll nach Meinung von Klotz hingegen Emotionen entfachen. Werner Zimmermann sieht das anders: "Die erfahrungsgemäß hohen emotionalen Erwartungen der Rinteln-Touristen an eine historische Altstadt decken sich genau mit dem, was Rintelns besonderen Charme ausmacht. Die bisherige Beschilderung ist deshalb goldrichtig". Rintelns historische Altstadt zähle zu den wichtigsten Pfründen und müsste deshalb ganz selbstverständlich tragendes Element für Stadtmarketing bleiben. Unbegreiflich sei für den Arbeitskreis, dass Klotz ausgerechnet die historische Dimension der Altstadt mehr oder weniger ausgeklammert habe.

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