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Skepsis bei Ortstermin in Steinbergen / WGS beantragt Ganztagskrippe

Kindergarten-Umbau für 160 000 Euro: "Wie wollen wir diese Summe wuppen?"

Steinbergen (mld). Ortstermin im evangelischen Kindergarten Steinbergen: Vertreter des Verwaltungsausschusses (VA), des Steinberger Ortsrates sowie der Schaumburg-lippischen Landeskirche, Träger der Einrichtung, haben intensiv über Um- und Ausbau des Kindergartens beraten. Der könnte teuer werden: 160 000 Euro, so die Berechnung der GVS, soll der Umbau kosten - die Innenausstattung nicht mit einberechnet. Entsprechend groß war die Skepsis bei VA-Mitgliedern und der Stadtverwaltung.

veröffentlicht am 08.11.2008 um 00:00 Uhr

Kindergartenleiterin Martina Meyer und der Elternrat wünschen sich, die Sieben-Quadratmeter-Teeküche zwischen Gruppenraum und Garderobe in einen Ruheraum für die Krippenkinder umzuwandeln, und eine Küche von etwa 40 Quadratmetern an einen anderen Gebäudeflügel anzubauen (wir berichteten). "Wir müssen morgens 60 und mittags 30 Mahlzeiten zubereiten", schilderte Meyer die Situation. Der Kindergarten biete zwar eine Koch- und Back-AG an, doch in einem Raum dieser Größe ließe sich kaum etwas unternehmen. Auch ein zusätzlicher Ruheraum sei dringend nötig: Besonders die Krippenkinder bräuchten eine Möglichkeit, sich zurückzuziehen. "Wir müssen uns die Frage stellen: Wollen wir das Geld wirklich ausgeben?", gab sich Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (SPD) wenig begeistert. Staatliche Zuschüsse zu den veranschlagten 160 000 Euro könne die Stadt nicht beantragen, hielt auch Erster Stadtrat Jörg Schröder fest: Förderung würde nur für neue Krippenplätze gewährt. "Die Kirche ist Träger des Kindergartens, warum kann sie nicht die Hälfte der Kosten übernehmen?", fragte SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann. Dass die Stadt allein die Kosten tragen solle, gehe nicht. "Die Kirche bezuschusst uns mit 21 000 Euro pro Jahr", hielt Meyer dagegen. Auch die Stadt Rinteln investiere genug in den Steinberger Kindergarten, argumentierte Buchholz: "Von 1997 bis 2007 haben wir 170 000 Euro allein in die Bauunterhaltung investiert!" Es stehe außer Frage, dass der Stadtrat etwas für die Kinder tun wolle - "aber wie wollen wir die Summe wuppen?" Jemand müsse diese Investition einmal zurückzahlen - "wenn nicht wir, dann unsere Kinder", argumentierte Buchholz. "Es gibt eine große Spanne bei den Materialien", so Anke Schurtzmann aus dem Elternrat. Eventuell ließen sich die Kosten dadurch verringern. "Unter 150 000 Euro werden wir nicht kommen", prophezeite Wißmann. Jetzt habe man die Situation während des laufenden Betriebes gesehen, schloss Buchholz: "Wie es weitergehen soll, muss jeder auf sich wirken lassen." Für die WGS-Fraktion zumindest ist der weitere Weg klar: In einem Antrag für die nächste Ratssitzung fordert Fraktionschef Gert Armin Neuhäuser, das Krippenangebot in Steinbergen in einen Ganztagsbetrieb auszuweiten und dadurch eine Bezuschussung nach dem Kinderförderungsgesetz zu ermöglichen - und damit auch den Ausbau, wie WGS-Ratsfrau Antje Rinne darstellt: "Diese Bezuschussung durch das Land würde den Eigenanteil der Stadt massiv verringern und zugleich die Kinderbetreuungsangebote verbessern."



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